Perfektionismus – der Erzfeind der Kreativität

Halte dich an die Regeln!

Halte dich an die Regeln!

Natürlich gibt es Aktivitäten, bei denen es sinnvoll ist, möglichst perfekt zu sein. Mir fallen dabei unter anderem Steuererklärungen und Buchhaltung ein. Oder vielleicht auch das Installieren von Stromleitungen im Haus.

Aber dabei handelt es sich eben nicht um kreative Tätigkeiten, sondern um Dinge, wo man Fehler unbedingt vermeiden will. Und das bedeutet einfach, dass man sich präzise an die Regeln halten muss.

Genau das wird allerdings zum Problem, wenn es um Schreiben, Zeichnen oder andere kreative Tätigkeiten geht.

Wenn wir dabei ständig an Regeln denken, rufen wir nur unseren inneren Kritiker auf den Plan. Und das fördert kreatives Arbeiten nun einmal überhaupt nicht.

Warum versuchen wir denn überhaupt, bei kreativen Tätigkeiten perfekt zu sein?

Wir haben schon früh im Leben gelernt, dass man sich an Regeln halten muss, wenn man sich mit etwas ernsthaft beschäftigen will. Das gilt natürlich für Wissenschaft und Forschung, für das Zusammenarbeiten in Gruppen, und so weiter.

Und vielleicht nehmen wir auch unser Schreiben ernst. Vielleicht wollen wir mit unseren Kunstwerken Geld verdienen. Und schon stecken wir mitten drin im Ernst des Lebens.

Natürlich haben wir das schon als Kinder gelernt. Und wir haben die Sache dabei gründlich missverstanden. In der Schule ging es um Regeln, und ein Abweichen wurde bestraft. Das ging ja schon mit Rechtschreibung und Grammatik los und hörte mit Mathematik noch lange nicht auf!

Damals haben wir gelernt, alle Regeln zu befolgen und somit alles richtig zu machen.

Dummerweise funktioniert kreatives Gestalten nicht nach Regeln. Einen Roman schreibt man z.B. nicht unbedingt linear (auch wenn wir linear lesen!), und für Kunst gibt es viel weniger Regeln. Ganz im Gegenteil, häufig genug werden in der Kunst und beim Schreiben Regeln gebrochen, auch wenn es hilft zu wissen, welche Regeln man gerade bricht.

Kreativität braucht das Spiel mit den Grenzen, sie braucht Überraschungen und sie braucht das fröhliche Überschreiten von Konventionen und Gebräuchen.

Also genau das, was uns als Kindern oft genug ausgetrieben wurde.

Wie wird man den Perfektionismus denn nun los?

Das ist die Hauptaufgabe für jeden Künstler und jede Autorin. Im Grunde genommen müssen wir unser Leben als veranwortungsvolle Erwachsene für eine gewisse Zeit zurücklassen, und uns statt dessen wieder in eine Art „Kindmodus“ versetzen, wo wir jenseits von Regeln und Grenzen spielen können.

Wir müssen lernen, das immer und immer wieder zu tun, jedesmal wenn wir uns an unseren Roman, unser Zeichenbrett oder Staffelei setzen.

Und dann müssen wir auch wieder aus dem „Kindmodus“ aussteigen und wieder zu veranwortungsvollen Erwachsenen werden, wenn wir unsere Werke bearbeiten, lektorieren oder vermarkten wollen. Oder wenn unsere Website ein update braucht… oder halt, wenn die Steuern rufen.

In anderen Worten: Wir müssen lernen, zwischen diesen verschiedenen „Modi“ hin-und-herzuspringen.  Wir müssen lernen, den Perfektionismus aus- und wieder anzuschalten.

Und wir machen das auch schon oft genug selbst

Jetzt kann ich die skeptischen Blicke direkt sehen.

Aber es stimmt.

Wir schalten unseren Perfektionismus aus, wenn wir ein Buch lesen, weil wir uns auf die Geschichte einlassen wollen.

Wir schalten ihn ab, wenn wir ein Spiel spielen – jedenfalls meistens. Kinder können das ganz wunderbar. Stöcke werden zu Reittieren oder Fabelwesen, obwohl sie überhaupt nicht so aussehen.

Es ist nur eine Frage der Übung, weil wir es als Erwachsene fast verlernt haben. Schließlich leben wir die meiste Zeit im Erwachsenenmodus.

Den Kindmodus anschalten

Trotzdem können wir den Kindmodus anschalten. Das sollten wir sogar, wenn wir schreiben, zeichnen oder malen.

Vielleicht brauchen wir vorher ein bisschen Zeit zum Planen. Vielleicht müssen wir noch als Erwachsene entscheiden, welche Regeln wir über Bord werfen und welche wir anwenden wollen. Das ist völlig okay, und das WIE ist dabei Ihr Job.

Aber dann gilt es einzutauchen, in die kindliche Welt, wo alles möglich ist, wo aus Stöcken Rennpferde werden können. Eine Welt, in der sich unsere Kreativität austoben kann, wie Kinder im Spiel.

Die Fähigkeit, zwischen Kind und Erwachsenem hin-und-herzuschalten, die sollten wir üben. Trainieren, wie einen Muskel. Wenn Sie Autorin oder Künstler sind, dann wird diese Fähigkeit mehr als nützlich sein.

Und natürlich wäre kein Artikel von mir vollständig, wenn ich nicht über EF T reden würde. Es ist das schnellste Instrument, um Ängste und Zweifel loszuwerden – und die kommen oft genug hoch, wenn wir Regeln brechen.

Es lohnt sich, diese Hindernisse mit EFT zu bearbeiten, damit Sie Ihre künsterlische Ader oder gar Ihren künstlerischen Beruf leichter ausfüllen können.

Klopfsätze

Auch wenn ich gelernt habe, dass Erwachsene nicht mehr im „Kindmodus“ arbeiten sollen, bin ich okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass diese Idee ein Missverständnis sein könnte.

Auch wenn ich immer noch glaube, dass „Kindmodus“ einfach nicht zu ernsthaftem Schreiben oder zu einem Business passt, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, mit dem „Kindmodus“ zu experimentieren.

Auch wenn ich mal gelernt habe, dass sich eine Künstlerkarriere nicht mit dem „Kindmodus“ verträgt, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, diese alten Regeln über Bord zu werfen, und im „Kindmodus“ Spaß zu haben.

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Bildquelle: F. Möbius

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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