Selbstfürsorge – Familiensystem

Ausgegrenzt

Ausgegrenzt

Im Familiensystem gibt es häufig Verstrickungen oder Loyalitätsverbindungen mit anderen Familiensystemen. Meistens beziehen sich diese auf Mitglieder einer vorherigen Generation. Und diese Verbindungen können auch im Bereich Selbstfürsorge wirksam sein.

Ich erfinde mal wieder ein Beispiel:

Sabine achtet sehr auf ihren Körper. Sie treibt Sport, ernährt sich ganz bewusst und würde gerne genauso schlank sein wie ihre Geschwister. Aber es ist wie verhext: Sie nimmt immer wieder zu und bekommt die Pfunde nicht weg. Und sie hasst diese Tage, an denen sie wie unter Zwang Süßes isst. Sie weiß nicht einmal warum ihr das passiert, denn es liegt nicht einmal an besonders viel Stress.

Erst auf einem Familientreffen bekommt sie einen Hinweis. Ein Cousin guckt und guckt und schüttelt immer wieder den Kopf. Schließlich spricht sie ihn darauf an, und er erklärt ihr, immer noch staunend, dass er erst vor Kurzem von einer gemeinsamen Großtante erfahren hat, die sehr zurückgezogen gelebt hat. Und das einzige Bild, das von ihr existiert, sieht Sabine unglaublich ähnlich.

Sabine recherchiert und erfährt mehr über die Großtante und ihr trauriges Schicksal. Sie fühlt eine merkwürdige Verbundenheit und hängt das Bild von ihr in ihrer Wohnung auf. Außerdem beginnt sie, wie die Großtante zu malen. Zunächst bemerkt sie es gar nicht, aber nach und nach lassen die Hungerattacken nach, und Sabine nimmt ab, ohne sonst viel an der Ernährung zu verändern.

Was ist hier passiert?

Ein Familienmitglied war verschollen und nicht mehr im System repräsentiert. Vielleicht wurde die Großtante von ihren Geschwistern sogar absichtlich ausgegrenzt und aus dem Familiensystem gedrängt (was nicht wirklich funktioniert).

Und ganz unbewusst hat Sabine die Balance wieder hergestellt, indem sie durch ihr Gewicht Anteile dieser Großtante in ihrem System repräsentiert hat. Nachdem die Großtante wieder „aufgenommen“ war, konnte Sabine andere Wege finden, die Loyalität für die Großtante auszudrücken.

Es muss nicht immer so geheimnisvoll sein.

Es reicht auch das Gefühl einer tiefen Verbundenheit mit einem anderen Familienmitglied, das dadurch ausgedrückt wird, dass man bestimmte Eigenschaften übernimmt.

Tatsächlich werden auch Dinge wie Gewicht, Charaktereigenschaften oder auch Krankheiten im Familiensystem transportiert, weitergegeben und aus Gründen der Balance oder Loyalität in nachfolgenden Generationen wieder ausgedrückt. Und zwar sowohl im Negativen wie auch im Positiven.

Es lohnt sich daher, auch in diese Richtung zu schauen, wenn sich z.B. das Gewicht trotz Sport und guter Ernährung nicht verändert. Wenn Selbstfürsorge einfach nicht klappt. Wenn der Erfolg ausbleibt. Oder wenn Ärzte keinen Grund für Beschwerden finden können. Vielleicht gibt es auch in Ihrem Familiensystem jemanden, der ausgegrenzt oder abgeschoben wurde.

Die Lösung ist dann gar nicht einmal besonders schwer:

Man sucht sich gezielt eine Eigenschaft, ein Hobby oder eine Aufgabe der Person aus, mit dem man sich verbunden fühlt, die diese Nähe auf bessere oder gesündere Weise ausdrückt als die bisherige unbewusste Auswahl. Und manchmal reicht es tatsächlich, ein Bild dieser Person aufzuhängen, wenn es das gibt. Ich habe das schon mehrfach erfahren.

Und das kann man dann auch recht gut klopfen:

Auch wenn ich ganz unbewusst eine Eigenschaft von [Person] übernommen habe, die gar nicht gut für mich ist, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, etwas viel besseres zu finden, das meine Nähe zu [Person] ausdrückt.

Auch wenn ich unbewusst xyz gemacht habe, um [Person] nahezusein, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt diese Nähe auf eine Weise auszudrücken, die gut für mich ist.

Auch wenn mir im Familiensystem eine Eigenschaft von [Person] aufgedrückt wurde, um eine Missachtung wieder gut zu machen, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, ganz bewusst eine Eigenschaft von [Person] zu übernehmen, die mir gut tut und die Erinnerung an [Person] aufrechterhält.

Sie sind dran:
Haben Sie Eigenschaften eines anderen Familienmitglieds?
Denken Sie gerne an die Person?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?

Bildquelle: F. Möbius

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und „Zufälle“ haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so.

Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen.

Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.

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