Ich kann das nicht!

Chaos im Kopf

Chaos – ich kann nicht! *

Vor allem Kinder sind noch so offen, dass sie diesen Satz von sich geben. „Ich kann das nicht!“ Wir Erwachsene haben uns angewöhnt, lieber irgendeine Ausrede zu finden. Denn wir haben gelernt, unsere Schwächen möglichst nicht zu zeigen.

Eine entmutigende Reaktion ist: „Ich kann nicht.“ heißt ja nur „Ich will nicht.“ Das habe ich oft genug gehört. Für mich persönlich ist das eine echte Abwertung. Denn das „Ich kann das nicht.“ bedeutet ja etwas ganz anderes. Es drückt Zweifel an den eigenen Fähigkeiten aus. Mit Glück ist es sogar ein kleiner Hilferuf. Mit Pech ist es ein Zeichen tiefer Resignation. In beiden Fällen hilft es nichts, die Person abzuwerten und zu unterstellen, es mangele lediglich an Willenskraft.

Ich persönlich glaube, dass hinter jedem „Ich kann das nicht.“ tiefe Enttäuschungen und Verletzungen stecken. Wie viele Kinder hören immer wieder „Du kannst das nicht, lass das.“? Wie enttäuscht müssen sie sein, dass sie etwas nicht einmal richtig ausprobieren dürfen? Kein Wunder, dass sie irgendwann aufgeben und sich selbst sagen, okay, ich kann das eben einfach nicht. Dann wird das Leben einfacher und leichter. Und leider auch weniger spannend und bunt.

Doch auch das Gefühl, ich kann das nicht, ist gelernt. In Wahrheit ist es gar kein Gefühl, sondern ein Glaubenssatz: Ich, so wie ich bin, kann dieses Etwas nicht. Ich will es auch gar nicht versuchen, weil ich sonst wieder enttäuscht werde. Diese Einstellung hat Sie vielleicht auch schon vor Enttäuschungen bewahrt. Das ist nämlich ihre Funktion.

Zum Glück kann man Glaubenssätze verändern. Suchen Sie sich etwas aus, von dem Sie glauben, dass Sie es nicht können. Sagen Sie „Ich kann das!“ und bewerten Sie für sich, wie wahr der Satz ist: 0 = stimmt gar nicht, 10 = stimmt genau. Vermutlich liegen Sie nahe bei einer Null. Schreiben Sie sich die Zahl auf. Und dann klopfen Sie:

HK: Auch wenn ich gelernt habe, dass ich das hier nicht kann und es daher auch gar nicht versuchen will, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, vielleicht doch noch etwas Neues zu lernen.

Auch wenn ich das hier einfach nicht kann und Angst habe, es auch nur auszuprobieren, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass es leichter geht als ich glaube.

Auch wenn ich das hier einfach nicht KANN, bin ich okay so wie ich bin, und offen für die Möglichkeit, dass es trotzdem eine Lösung gibt.

AI: Ich kann das nicht!
AA: Ich kann’s einfach nicht.
UA: Ich hab’s noch nie gekonnt.
UN: Und ich werde das auch nie können.
KP: Punkt, aus. Ich kann und will das jetzt nicht.
SB: Es ist zu gefährlich, es auch nur zu versuchen.
UA: Außerdem weiß ich ja jetzt schon, dass ich es nicht kann.
HG: Ich kann es nämlich nicht!
Durchatmen!

AI: Ich kann das einfach nicht.
AA: Aber vielleicht wäre es ganz nett, es doch zu können.
UA: Vielleicht könnte es sogar Spaß machen.
UN: Aber ich kann’s ja leider nicht.
KP: Und ich kann es auch nicht lernen.
SB: Nie im Leben kann ich das lernen.
UA: Oder vielleicht doch?
HG: Nee, ich kann das nicht.
Durchatmen!

AI: Andererseits … ich habe schon Vieles im Leben gelernt.
AA: Nur das hier nicht. Da habe ich gelernt, dass ich es nicht kann.
UA: Hat schon der Lehrer gesagt.
UN: Und meine Mutter hat es auch gesagt.
KP: Aber vielleicht habe ich da etwas Falsches gelernt?
SB: Vielleicht bin ich jetzt groß genug, es trotzdem zu lernen?
UA: Ich könnte es ja mal ganz unverbindlich ausprobieren.
HG: Auf eine sichere Art ausprobieren … das wäre ewas.
Durchatmen!

AI: Vielleicht kann ich es ja lernen.
AA: Ich muss es ja nicht auf Anhieb perfekt können.
UA: Alles Andere habe ich ja auch immer wieder üben müssen.
UN: Und ich habe schon viel gelernt.
KP: Ich könnte das hier auch noch lernen.
SB: Und dann könnte es sogar Spaß machen.
UA: Ich kann mich jetzt entscheiden, es wenigstens mal auszuprobieren.
HG: Dann weiß ich wirklich Bescheid. Und das fühlt sich gut an!
Durchatmen!

Jetzt bewerten Sie den Satz „Ich kann das!“ wieder. Ist er jetzt stimmiger? Vermutlich schon, aber wie wäre es mit dem Satz: „Ich kann das lernen!“ ? Damit öffnen Sie sich das Tor zu einem neuen Leben.

Alles Gute!

* Bildquelle: Nicolas VIGNERON, Original bei Wikimedia Commons

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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