Familienregeln und Geld

Familie und Geld

Familie und Geld

Im Familiensystem gibt es Regeln für alles. Und ich meine wirklich für alles und jedes.

Die meisten dieser Regeln werden nie ausgesprochen, aber jedes Mitglied kennt sie ganz unbewusst. Wir haben sie meistens schon als Kind gelernt, abgeleitet aus dem Verhalten und den Worten unserer Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel… und wir haben sie verinnerlicht.

Im August schreibe ich eine kleine Serie über die Familienregeln zu Geld.

Es ist nämlich durchaus auch per Familienregel festgelegt, wer wann, wie, womit und wieviel Geld verdienen darf.

Das Problem bei Familienregeln liegt auf zwei Ebenen:

Erstens sind uns diese Regeln selten bewusst.

Zweitens ist die Strafe für Missachtung dieser Regeln drakonisch: Wir könnten aus der Familie ausgestoßen werden.

Das passiert durchaus immer wieder in Familien, auch wenn das energetisch eine Menge negativer Konsequenzen für das System hat. Und auf der energetischen Ebene gehören alle Familienmitglieder immer dazu, egal wie die anderen Mitglieder das sehen – aber das ist kaum ein Trost für diejenigen, die nicht mehr gerne gelitten sind.

Die Drohung steht also, und so halten wir uns meistens an diese Regeln. Und das ist oft genug ein Grund, warum wir mit Geld und im Beruf nicht so erfolgreich sind, wie wir das gerne wollen – tief im Untergrund laufen Schutzprogramme, die die Familienregeln durchsetzen.

Aber zurück zum Anfang: Familienregeln bestimmen durchaus über diese Dinge:

Wer darf Geld verdienen?

Und da trifft es oft leider die Frauen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Frauen nicht mehr die Erlaubnis ihres Ehemannes brauchen, um überhaupt eine Stelle annehmen zu dürfen. Das wurde erst ~1970 abgeschafft – also vor nicht einmal fünfzig Jahren. Kaum vorstellbar, oder?

Familiensysteme richten sich nicht nach Gesetzen. Und es gibt viele Familien, wo die Regeln Frauen immer noch lieber verheiratet und gut abgesichert sehen, als erfolgreich im eigenen Beruf.

Manchmal trifft es auch ein Kind in einer bestimmten Position. Die jüngste Tochter, vielleicht, oder den ältesten Sohn, der unbedingt das Familiengeschäft übernehmen muss und sonst nirgendwo erfolgreich sein darf… die Varianten sind unendlich und von Familie zu Familie unterschiedlich.

Wann darf man Geld verdienen?

Selbst da gibt es Regeln, und auch da gibt es mehr Regeln für Frauen.

Vielleicht „dürfen“ Frauen nur bis zur Hochzeit arbeiten und Geld verdienen (auch das war einmal gesetzlich geregelt, siehe oben). Vielleicht dürfen sie es nur vormittags, wenn die Kinder in der Schule sind. Vielleicht sollten sie mit 50 in Rente gehen…

Alternativ gibt es „Lebensarbeitszeiten“ für Frauen und Männer, z.B. dass ein Mann bis 50 sein Vermögen aufgebaut haben sollte, sonst gilt er als Versager…

Wie und womit darf man Geld verdienen?

Es gibt natürlich Regeln für die Berufswahl:

Frauen „dürfen nur“ Lehrerin werden, oder Sekretärin, Krankenschwester oder Verkäuferin oder so.

Männer sollten dagegen einen „männlichen“ Beruf wählen, Automechaniker, Ingenieur oder Physikprofessor.

Welche Berufe welchen Geschlechtern offen stehen, entscheidet dabei oft genug die Gesellschaft – wir machen das, was „alle machen“ und was als „weiblich“ oder „männlich“ wahrgenommen wird.

Ich denke, das Bild ist klar…

Wieviel Geld darf man verdienen?

Das ist oft eine wirklich heikle Sache. Eine weit verbreitete Regel ist es, niemals mehr als der eigene Vater zu verdienen. Oder Frauen dürfen nicht mehr verdienen als ihr Ehemann.

Das hat ein bisschen mit der Ordnung in einer Familie zu tun: Traditionell ist eben der Vater oder der eigene Mann das Familienoberhaupt und darf in dieser Position nicht angegriffen oder in Frage gestellt werden.

Und wenn die Frau oder Tochter dann mehr verdient? Dann kann es Probleme geben, und wir vermeiden das ganz unbewusst.

Dafür gibt es immer mehrere Wege: Frauen sind dann „nicht karriereorientiert“, oder Männer arbeiten noch mehr, um ihre Ehefrau zu überbieten… der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Das ist ja ganz fürchterlich patriarchalisch und altmodisch!

Ja, das ist es. Familiensysteme wachsen und bilden ihre Regeln über Generationen aus, und sie sind nicht gerade offen für Veränderungen. Viele Familiensysteme sind mit ihren Regeln im 19. oder frühen 20. Jahrhundert verwurzelt. Das liegt an ihrer Funktion: Das Familiensystem schützt sich selbst.

Noch einmal: Das Familiensystem hat als wichtigste Aufgabe, sich selbst zu erhalten.

Und das bedeutet nicht, dass es allen Mitgliedern gut gehen muss. Oder dass das Familiensystem überhaupt dafür da ist.

Die Regeln dienen dem Zusammenhalt. Nicht mehr und nicht weniger.

Was kann man denn da machen?

Jetzt kommen wir zum interessanten Teil: Kann man die Familienregeln ändern?

Die Antwort lautete JA, man kann.

Ich mache das sehr oft mit meinen Klienten und der Prozess ist im Prinzip recht einfach:

1. Wir schauen uns das Familiensystem genau an und decken diese unterschwelligen Regeln auf. Manchmal ist das ein wenig mühsam, aber immer faszinierend.

2. Wir nutzen EFT, um den Familienregeln ein Update zu geben. Das funktioniert deswegen so gut, weil EFT auf der energetischen Ebene wirkt, genau dort, wo auch das Familiensystem verankert ist.

Und weil im Familiensystem immer alle Mitglieder beteiligt sind, wirken die Regeländerungen auch auf alle. Das ist besonders wichtig, wenn Einschränkungen aufgehoben werden, denn so sind auch die eigenen Kinder davon befreit. Es lohnt sich also.

Als ersten Schritt möchte ich Sie heute ermutigen, sich in Ihrem Familiensystem umzuschauen. Halten Sie die Augen auf, schauen Sie, was Ihre Verwandten so im Bereich Geld machen, und seien Sie offen für Muster.

Diese Muster sind meistens Anzeichen für das Bestehen einer Familienregel. Und dann haben Sie schon einen guten Ansatz für Veränderung, denn das Erkennen der Regel ist der wichtigste Schritt. Vorschläge für Regel-updates mache ich in den weiteren Posts.

Klopfvorschläge für das Erkennen von Familienregeln:

Auch wenn ich nie gedacht hätte, dass meine Familie mir vorschreibt, wie ich arbeiten und Geld verdienen darf, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, diese Regel deutlich zu erkennen.

Auch wenn es mich wütend macht, dass es solche archaischen Regeln in meiner Familie geben soll, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, nach diesen Regeln Ausschau zu halten.

Auch wenn es mich schockiert, wie brutal diese Regeln sind, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, genau hinzusehen, und die Regeln nach und nach an das 21. Jahrhundert anzupassen.

(Eine ausformulierte Klopfrunde mit diesen Sätzen bekommen Sie im Newsletter.)

Sie sind dran:
Sind Sie zufrieden mit dem Geld, das Sie verdienen?
Haben Sie schon einmal von Familienregeln gehört?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was wäre Ihr Traumberuf?
Ich lade Sie ein, einen Kommentar zu schreiben.

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und „Zufälle“ haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so.

Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen.

Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.

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