Eine Leerstelle in der Familie

Familie

Famile mit Leerstelle

Vorweg dieses: Ich glaube, dass alle möglichen Konstellationen von Familie funktionieren können. „Normale“ Familien, Patchworkfamilien, Familien mit gleichgeschlechtlichen Partnern, oder Familien mit alleinerziehenden Müttern oder Vätern. Es sind alles Familien und alle haben ihre ganz eigenen Herausforderungen.

Eines aber haben alle diese Familien gemeinsam:

Sie bilden ein Familiensystem.

Und diese Systeme haben ihre eigenen Regeln, die ohne Rücksicht auf die Individuen und ihre Geschichte funktionieren.

Eine dieser Regeln betrifft „Leerstellen“ – so möchte ich es nennen, wenn ein Familienmitglied fehlt. Das kann ein Elternteil sein, aber auch ein Kind, das aus welchen Gründen auch immer nicht mehr in der Familie lebt.

Ein Familiensystem „sucht“ immer nach Ausgleich, und Leerstellen sind im System schwer zu ertragen. Und da gerade Kinder für die Energien im Familiensystem sehr empfindsam sind, versuchen sie oft, diese Leerstellen zu füllen.

So kann es geschehen, dass ein Kind alles versucht, um die Position eines nicht mehr vorhandenen Partners auszufüllen. Oder dass ein Kind in der „Kinderreihe“ aufrückt, und z.B. den Platz des Erstgeborenen ausfüllt, obwohl es das zweite Kind ist.

Und manchmal – ich habe das schon erlebt – versucht ein Kind sogar, einen Platz auszufüllen, den ein Elternteil nicht leben oder annehmen will.

Meistens geht das übrigens irgendwie einigermaßen gut.

Aber oft sind die Kinder mit diesen – ganz intuitiv und unbewusst – selbstgewählten Aufgaben überfordert. Ein Kind kann gar nicht den Platz eines Erwachsenen einnehmen und gleichzeitig eine unbeschwerte Kindheit erleben.

Was kann in solchen Fällen helfen?

Wissen, Klarheit und Achtsamkeit.

Als Erwachsene ist es unsere Aufgabe, die Kinder Kinder sein zu lassen. Sie nicht als „kleine Partner“ zu sehen, oder sie emotional zu überfordern, gerade wenn ein echter Partner fehlt. Denn die Partnerebene hat mit der Eltern-Kind-Ebene nichts zu tun.

Es ist auch unsere Aufgabe als Eltern, der fehlenden Person Raum zu geben. Natürlich fällt das schwer. Aber wenn die Kinder z.B. wissen, dass es einen älteren Bruder gegeben hat, dessen Existenz auch gewürdigt wird, dann müssen sie keine Leerstelle ausfüllen.

Natürlich kann auch hier EFT helfen. Denn wir müssen uns ja irgendwie dem Verlust stellen. Auch wir müssen mit der Leerstelle leben, die einmal von einem geliebten Menschen ausgefüllt wurde. Und wenn es uns gelingt, innerlich Frieden zu finden, dann macht sich das auch im Familiensystem bemerkbar.

Auch wenn jemand in der Familie feht, und es so schwer ist, damit umzugehen, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, diese Leerstelle zu würdigen und nach und nach Frieden zu finden.

Auch wenn es so schwierig ist, damit umzugehen, dass jemand fehlt, obwohl wir das alle spüren, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, damit achtsam und bewusst umzugehen und dieses Fehlen zu würdigen.

Auch wenn es so anstrengend ist, ohne dieses Familienmitglied im Alltag zu leben, und den Verlust vielleicht noch zu verheimlichen, bin okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, Klarheit und Würde zu finden, und in Zukunft, Schritt für Schritt, Wege zu finden, besser damit umzugehen.

Sie sind dran:
Bitte seien Sie achtsam mit sich selbst, wenn Sie dieses Thema klopfen.
Was können Sie tun, um diese Leerstelle zu würdigen?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?

Bildquelle: F. Möbius

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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