Bildung – Nicht mit dieser Familie

Diese Familie

Diese Familie

Noch immer studieren weniger Arbeiterkinder als Akademikerkinder.

Und das ist schade.

Natürlich liegt das auch daran, dass Arbeiterkinder, die studieren wollen, keine Vorbilder in der eigenen Familie haben. Und so liegt es natürlich auch etwas weniger nahe, an die Uni zu gehen, denn das bedeutet häufig auch, in eine andere Stadt umzuziehen, eine Wohnung zu suchen und völlig fremde Menschen zu treffen.

Aber ich bin sicher, dass auch hier Familienregeln eine Rolle spielen.

Bleib bei dem, was du kennst.

Das ist durchaus eine sinnvolle Regel – zumindest historisch gesehen. In einer Zeit, in der es keinen geregelten Zugang zu Bildung oder Ausbildung gab, war es nur logisch, dieselbe Arbeit zu machen wie die Eltern.

Man konnte von den Eltern lernen, man wuchs in die Geschäftskontakte direkt hinein, und es war eine gewisse Kontinuität garantiert, die womöglich auch den Eltern Sicherheit im Alter ermöglichte.

Leider ist diese Regel heute weniger nützlich.

Denn ist ist zumindest statistisch so, dass Akademiker besser verdienen, mehr in die Rentenkasse zahlen und somit auch im Alter besser versorgt sind. Das liegt an unserem Sozialsystem – was die Regeln des Familiensystems aber noch nicht internalisiert haben.

Und so werden Arbeiterkinder häufig zu Arbeitern in schlecht bezahlten Berufen, auch wenn sie das Zeug dazu hätten, mehr aus sich zu machen.

Bleib so wie wir sind.

Bildung verändert Menschen.

Wir lernen andere Bereiche des Lebens kennen, vielleicht andere Sprachen, andere Länder, definitiv andere Denkweisen.

Und das kann Abstand zur eigenen Familie erzeugen.

Ein Familiensystem stellt sich diesem Abstand meistens entgegen, denn es will uns ja binden und einbinden.

Daher kann der Versuch, durch Bildung in eine andere Schicht aufzusteigen, andere Berufe zu ergreifen oder gar in einem anderen Land zu leben, heftigen Widerstand erzeugen. Und schon wird es schwierig, bei diesem Versuch erfolgreich zu sein.

Bleib bei uns.

Bildung erhöht die soziale Mobilität. Andere, bessere, höher bezahlte Jobs werden möglich – aber die befinden sich meistens in Großstädten und nicht auf dem Land.

Soziale Mobilität bedeutet eben oft auch physische Mobilität. Umzüge, vielleicht sogar Auslandsaufenthalte und Jobs an wechselnden Standorten. Und der physische Abstand gefällt auch einem Familiensystem weniger gut – nicht immer, aber oft.

Denn Familiensysteme sind konservativ, und es ist immer am besten, zuerst die eigene Familie um Hilfe zu bitten – Blut ist dicker als Wasser, heißt es so schön.

Aus allen diesen Gründen gibt es Druck, genau dort zu bleiben, wo die Familie steckt: In derselben Schicht, mit demselben Bildungsstand, und möglichst am selben Ort.

Aber das muss ja nicht so bleiben. Familienregeln können verändert werden, sie können und sollen an das 21. Jahrhundert angepasst werden. Hier sind ein paar Vorschläge dafür:

Auch wenn die Familienregeln sagen, dass ich bei meiner Familie bleiben soll, in allen Aspekten des Lebens, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube jetzt Bildung in meiner Familie.

Auch wenn mein Familiensystem Bildung als Gefahr eingestuft hat, bin ich okay so wie ich bin, und ich ändere jetzt die Regel so, dass Bildung eine Chance sein darf.

Auch wenn es mich wirklich ärgert, dass meine Familienregeln es mir so schwer machen, Bildung zu erwerben und zu verteidigen, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, die Familienregeln umzuschreiben!

Sie sind dran:
Haben Sie Familienregeln zu Bildung bei sich entdeckt?
Haben Sie diese Regeln aufgehalten?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Ich lade Sie ein, einen Kommentar zu schreiben.

Bildquelle: F. Möbius

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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