Aufschieberei – Angst, gesehen zu werden

Sie sehen mich!

Sie sehen mich!

Eine weitere Angst, die uns davon abhalten kann, Dinge fertigzustellen, ist die Angst gesehen zu werden.

Das betrifft natürlich vor allem kreative Menschen wie Autoren, Designer, Maler, Bildhauer, Töpfer, etc., die mit ihren Werken irgendwann in die Öffentlichkeit gehen müssen, um sie zu verkaufen. Mir geht das durchaus mit meinen Büchern so.

Und wenn unsere Werke öffentlich sichtbar werden, dann werden wir das als Urheber in einem gewissen Grad ebenfalls.

Sichtbar werden, heißt gesehen werden.

Für alle, die hinschauen wollen.

Sichtbar werden mit allen Fehlern, die uns behaften.

Das fängt mit dem Äußeren an.

Wir fühlen uns vielleicht nicht besonders hübsch, haben keine besondere Ader für Mode, oder mögen uns nicht „aufbrezeln“.

Vielleicht haben wir auch kein Idealgewicht, haben Falten im Gesicht, oder sonst etwas, das uns den Blick der Öffentlichkeit scheuen lässt.

Zum Teil können wir uns auch verstecken: Autoren können Pseudonyme verwenden, Künster könnten – wenn sie „wichtig“ genug sind – über Agenten kommunizieren, oder ein Geheimnis um die eigenen Identität machen.

Und geht mit dem Werk weiter.

Aber selbst dann steht noch unser Werk im Blick der Öffentlichkeit, und das reicht schon.

Denn alle können uns sehen, unser Werk – und unsere Fehler.

Den kleinen Knick im getöpferten Becher. Den Tippfehler, den wir übersehen haben. Den Webfehler. Den Tupfen falscher Farbe oder den Strich, der ein ganz bisschen daneben gegangen ist.

Und das macht Angst.

Es ist so ein bisschen wie die Angst vor dem Polizisten.

Was habe ich falsch gemacht!!??

Vermutlich gar nichts, aber es schießt für einen Moment das schlechte Gewissen unserer Kindheit durch den Körper. Eine heiße, alles umfassende Angst.

Eine fiese, überwältigende Angst.

Wer tut sich das schon freiwillig an?

Dann ist es doch einfacher, das Werk gar nicht fertigzustellen, einfach nicht dran zu arbeiten und niemals zu riskieren, dass es sichtbar wird.

Dann lieber absaugen, Fenster putzen, noch eine Geschichte anfangen, noch einen Becher töpfern oder ein neues Bild zeichnen, in der Hoffnung, dass das besser ist.

Damit wir uns vielleicht der Öffentlichkeit stellen können. Oder wieder nicht.

Okay, wenn wir tot sind, dann ist es auch egal. Sollen unsere Erben damit machen, was sie wollen.

Und das ist so schade.

Ich bin sicher, dass eine Menge großartiger Kunst irgendwo im Keller verrottet. Tolle Geschichten, die in Schubladen oder auf einer Festplatte vergammeln. Herrliche Objekte, die nur verschämt im Verwandtenkreis gezeigt werden – wo vielleicht gar kein Verständnis herrscht.

Nur wegen dieser blöden Angst, gesehen zu werden.

Ich will diese Angst nicht kleinreden – sie ist mächtig genug, um unsere Träume zu zerstörne. Aber sie ist eben auch blöder und verdammter Mist, weil es eine Angst ist, die wir uns selbst erzeugt haben.

Diese Angst existiert nur in unserem Kopf und in unserem Herzen.

Aus dem Kopf kriegen wir sie vielleicht noch mit guten Zureden und logischem Denken heraus. Aber das hilft eben nicht bei dem Teil, der im Herzen sitzt. Da kommen wir immer noch am besten mit Klopfen dran.

Heute sind meine Klopfsätze besonders vage, und ich bin auch nicht ganz glücklich mit ihnen. Das liegt daran, dass bei den meisten von Ihnen ganz individuelle Ursachen hinter dieser Art Angst stehen könnten, und die lassen sich eben am besten mit individuellen Klopfrunden auflösen – und das kann ich hier im Blog nicht leisten.

Seien Sie beim Klopfen ganz liebevoll mit sich selbst.

Klopfsätze

Auch wenn ich solche Angst davor habe, sichtbar zu werden, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich erlaube mir, alles loszulassen, das diese Angst in mir ausgelöst hat.

Auch wenn ich mich wirklich nicht traue, meine Werke sichtbar zu machen, wer weiß, das da alles passieren kann! – trotzdem bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, alles loszulassen, was diese Angst in mir erzeugt.

Auch wenn ich es so schwer finde, mich oder meine Werke sichbar zu machen, ich bin echt nicht fotogen, und in meinen Werken sind bestimmt Fehler, trotzdem bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt ein ganz kleines bisschen Sichtbarkeit, in einem sicheren Umfeld.

Sie sind dran:
Kennen Sie die Angst, gesehen zu werden?
Hält Sie das davon ab, sich sichtbar zu machen?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Ich lade Sie ein, einen Kommentar zu schreiben.

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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