Erkältung – Familiensystem

Tante Frieda

Tante Frieda

Ja, sogar bei etwas so „Einfachem“ wie Erkältungen kann das Familiensystem eine Rolle spielen.

Verrückt, oder?

Aber natürlich lernen wir in unserem Familiensystem auch, wie Erkältungen stattzufinden haben. Wie leicht, wie schwer, wie kurz oder wie lange. Und vielleicht, dass sie bei Frauen anders ablaufen als bei Männern. Und als brave Familienmitglieder halten wir uns dran. (Das lässt sich aber mit Klopfen auch verändern, keine Sorge.)

Vielleicht haben Sie aber auch schon einmal Folgendes gehört:

„Also, du bist ja mit dem Schnupfen genauso schlimm wie deine Tante Frieda. Die hat als Kind auch immer so darunter gelitten.“

Das ist dann ziemlich wichtig. Es könnte nämlich eine Verbindung mit der Tante aufzeigen, die über eine Erkältung hinausgeht. Im systemischen Arbeiten nennt man so eine Verbindung „Verstrickung“. Das heißt, das System nutzt einen Nachgeborenen, um eine Fehlstelle oder Schieflage im System auszugleichen.

Nun ist eine Verstrickung auf der Ebene von Erkältungen etwas sehr Harmloses, was kaum eine Bearbeitung wert ist.

Es könnte aber auch mehr dahinter stecken – und dann lohnt es sich, ganz genau hinzusehen. Ich konstruiere jetzt mal eine wilde Geschichte:

Sie fragen auf einem Familienteffen nach Tante Frieda und erfahren, dass sie relativ jung ausgewandert ist und nun als Hippie und Künstlerin in Kanada lebt. Und dass sie eine uneheliche Tochter hat, viele wechselnde Partner hatte und nun mit einer Frau zusammenlebt. Zumindest hätte man das gehört… skandalös.

Das alles wird hinter vorgehaltener Hand erzählt. Es wird schnell klar, dass Tante Frieda das schwarze Schaf der Familie ist, und dass sie im System keine Würdigung erfährt.

Sie mögen in diesem Moment nicht unbedingt den Aquarellkurs erwähnen, den Sie gerade bei der Volkshochschule belegt haben, und der Ihnen ungewöhnlich viel Spaß macht…

Natürlich ist das alles erfunden. Aber ähnliche Geschichten gibt es in jeder Familie. Leider sind Verstrickungen oft weniger harmlos. Trotzdem ist die Lösung häufig recht einfach: Das ausgestoßene Familenmitglied bzw. sein oder ihr Schicksal muss gewürdigt und die Balance im System wieder hergestellt werden, dann löst sich eine Verstrickung.

Im Fall von Tante Frieda könnte man ein Foto von ihr aufstellen, vielleicht die Internetseite der Künstlerin suchen, und wieder Kontakt mit ihr aufnehmen. Vielleicht gefällt Ihnen ein Bild von ihr so gut, dass Sie es als Poster aufhängen. Es kann sein, dass der Aquarellkurs dann seine Faszination verliert. Aber vielleicht werden auch die Erkältungen weniger.

Verstrickungen sind nicht wirklich häufig. Aber wenn Sie bei sich seltsame Muster entdecken, die irgendwie nicht zu Ihnen passen, dann lohnt es sich, sich in der Familie ein wenig umzuhören. Vielleicht gibt oder gab es jemanden mit ganz ähnlichen Mustern.

Auch wenn ich eine Erkältung genau so erlebe wie meine Tante Frieda, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, sowohl Tante Frieda zu würdigen, als auch mein eigenes Leben zu leben.

Auch wenn es da vielleicht eine sonderbare Verbindung zu Tante Frieda gibt, die sich in meinen Erkältungen zeigt, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, mehr über Tante Frieda herauszufinden, und ansonsten mein eigenes Leben zu leben.

Auch wenn ich durch meine Erkältungen gezeigt bekommen habe, dass es eine Verbindung mit Tante Frieda gibt, die vielleicht noch mehr Ähnlichkeiten hat, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, Tante Frieda zu würdigen und trotzdem ganz und gar mein eigenes Leben zu leben.

Sie sind dran:
Wie läuft eine Erkältung bei Ihnen ab?
Gibt es jemanden in Ihrer Familie, der oder die es genauso macht?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

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Erkältung – Glaubenssätze

Schnupfenvirus

Böser Virus

Wir glauben zu wissen, wie eine Erkältung abläuft – zumindest bei uns selbst. Vielleicht haben Sie das Muster für sich auch schon erkannt, aber hier sind noch einmal zwei Beispiele aus meinem Bekanntenkreis:

Bei Helga beginnt es mit einem Kratzen im Hals, dann fängt die Nase an zu laufen, und sie quält sich ein paar Tage mit einer verstopften Nase. Dann zieht die Erkältung in die Nebenhöhlen, so dass ständig Schleim den Rachen herunterläuft. Daraus entwickelt sich ein Husten, der in der Regel vier bis sechs Wochen anhält. Dann erst wird es langsam besser. Sie kennt das schon und stellt sich darauf ein, indem sie immer Hustenbonbons vorrätig hat. Und die Nasendusche hat schon längst einen festen Platz im Badezimmer. Erkältungen sind bei ihr immer langwierig und gehen nur ganz allmählich vorrüber.

Bernd dagegen kennt Erkältungen ganz anders. Bei ihm geht es mit ständigem Niesen los, das drei Tage lang alle Menschen in seiner Umgebung nervt. Dann läuft die Nase, er hat ein paar Tage Husten, und kurz darauf ist alles vorbei. Er macht sich darum keine Sorgen und hat auch nur ein- oder zweimal im Jahr überhaupt eine Erkältung.

Sind das wirklich dieselben Schnupfenviren?

Das ist gut möglich.

Denn unser Körper kann sehr unterschiedlich auf Viren reagieren. Und bei Viren helfen auch keine Antibiotika, wir sind also wirklich auf unser Immunsystem angewiesen. Und vielleicht ist das bei Helga und Bernd ganz unterschiedlich trainiert.

Und ganz sicher haben die beiden ganz unterschiedliche Glaubenssätze über den Verlauf „ihrer“ Erkältung entwickelt:

Bernd ist vermutlich recht unbekümmert und verlässt sich darauf, dass sein Körper die Erkältung locker in den Griff bekommt. Für ihn ist es am schwierigsten, genug Taschentücher dabei zu haben, das ist er nämlich nicht gewohnt.

Helga dagegen ist ein Profi, was den Umgang mit Erkältungen angeht. Sie fährt alles auf, hat ein ganzes Arsenal an Maßnahmen zur Verfügung – und es ist jedesmal eine große Anstrengung, die Erkältung wieder loszuwerden.

Sehen Sie die unterschiedlichen Glaubenssätze?

Helga kann sich wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen, dass ein Schnupfen harmlos in einer Woche vorbeigeht. Und schon ist sie in ihrer Erkältung gefangen und erlebt jedesmal dasselbe Martyrium.

Wenn Ihnen die Erfahrung von Helga vertraut vorkommt, dann haben Sie jetzt die Möglichkeit, Ihre Glaubenssätze zu verändern.

Auch wenn ich mich daran gewöhnt habe, dass eine Erkältung für mich langwierig und unangenehm verläuft, bin ich okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass es sich hier um einen Glaubenssatz handelt, den ich auslebe.

Auch wenn ein Teil von mir glaubt, dass Erkältungen mühsam sind und mein Immunsystem mit Viren nur schlecht umgehen kann, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich erlaube mir und meinem Immunsystem jetzt, Erkältungen ab sofort locker und schnell abzuwehren.

Auch wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass Erkältungen bei mir langwierig und unangenehm sind, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, ab sofort ganz andere Erfahrungen zu machen und Erkältungen locker zu überstehen – so wie Bernd!

Sie sind dran:
Wie läuft eine Erkältung bei Ihnen ab?
Was denken Sie über Ihr Immunsystem?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?

Bildquelle: F. Möbius

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Erkältung – Erwartungen

krank

krank

Wir haben gerade einen unangenehm kalten und regnerischen August, zumindest hier im Norden. Schnupfen ist da nicht wirklich weit… und deswegen schreibe ich eine Miniserie über Erkältungen.

Eine Erkältung ist zum Glück in der Regel nur unangenehm, aber nicht bedrohlich. Und gerade deswegen spielen unsere Erwartungen über den Verlauf und die Erscheinungsbilder von Erkältungen eine große Rolle.

Inge bekommt zum Beispiel regelmäßig Erkältungen. Sie beginnen mit einem Kratzen im Hals, dann hat sie einen Tag fiese Halsschmerzen. Kurz darauf läuft die Nase ununterbrochen, und sie beginnt zu husten. Gelegentlich hat sie sogar etwas erhöhte Temperatur, aber davon lässt sie sich nicht beeindrucken. Der Husten hält sich hartnäckig. Bis sie alles wieder loswird, vergehen drei bis vier Wochen, in denen sie sich schlapp, müde und angeschlagen fühlt. Aber sie zieht ihren Alltag ohne Abstriche durch, und ist stolz darauf.

Horst dagegen leidet massiv unter einer Erkältung, die er höchstens einmal im Jahr bekommt. Sein Hals tut nicht nur weh, er brennt unerträglich. Seine Nase ist vollkommen verstopft, und als der Husten beginnt, legt er sich mit Fieber ins Bett. Drei Tage lang ist er richtig krank.  Allerdings verschwindet seine Erkältung auch nach einer guten Woche vollständig.

Was passiert hier? Weiterlesen

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Umgang mit Ärger – Familiensystem

Familienjob

Du hast den Job.

Manchmal werden in einem Familiensystem sozusagen „Jobs“ verteilt. Ein Mitglied „übernimmt“ eine Sache, damit die anderen frei davon sein können.

Meistens sind das natürlich unangenehme Dinge, wie Übergewicht oder Traurigkeit. Und natürlich macht das niemand bewusst. Und doch passiert das, weil ein Familiensystem nicht dafür da ist, die Mitglieder glücklich zu machen. Ein Familiensystem schützt sich einfach nur selbst.

Nehmen wir als einmal an, eine Familie hat sehr klare Regeln über Ärger:

Ärger ist unerwünscht, und in der Familie darf er nicht ausgedrückt werden. Ein lautes Wort ruft schon Stirnrunzeln und Augenrollen hervor. Natürlich haben auch die Kinder sofort begriffen, was diese Regel bedeutet: Niemals Ärger zeigen. Und jeden Ärger sofort herunterschlucken, damit die Harmonie bloß nicht leidet.

Leider hat aber offenbar das dritte Kind, Tochter Regina, diese Regel nicht verinnerlicht. Sie hat immer wieder heftige Wutausbrüche, schreit laut und wirft ihre Stofftiere durch die Gegend. Sie stellt ihre Eltern vor große Herausforderungen. Weiterlesen

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Umgang mit Ärger – Glaubenssätze

Wut

Wut

Wenn wir jemanden sehen, der sich ärgert, dann denken wir oft, dieser Mensch müsste schnell beschwichtigt werden. Wir wollen den Ärger so schnell wie möglich loswerden, sowohl bei uns als auch bei anderen.

Und dafür setzen wir alles ein, was wir haben. Wir versuchen es mit Liebe und Zärtlichkeit. Vielleicht mit Sex. Oder mit Druck. Oder wir bestrafen das wütende Kind noch extra. Oder wir ignorieren den Ärger geflissentlich, bei uns selbst und anderen.

Weil wir glauben, dass Ärger schlecht ist.

Weil uns Ärger vielleicht unheimlich und unangenehm ist.

Weil uns ein ärgerlicher oder wütender Mensch Angst macht.

Denn Ärger macht etwas mit uns: Er macht uns stark und verdrängt die eigene Angst. Er reduziert die Welt auf gut und böse, schwarz und weiß. Er macht Dinge einfach. Weiterlesen

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Umgang mit Ärger – Erwartungen

Ärger

Ärger

Ärger ist in der Regel ein Gefühl, das wir als negativ bezeichnen. Wenn wir uns ärgern, fühlen wir uns eben nicht gut.

Für viele ist das ein Grund, Ärger zu vermeiden, oder Ärger so schnell wie möglich nicht mehr zu fühlen. Wir wollen einfach wieder gut drauf sein, und uns gut fühlen.

Ärger ist doof, oder?

Anne geht es so. Sie ärgert sich eigentlich oft, aber sie drückt das Gefühl ganz schnell wieder weg. Sie ist schließlich die lustige, fröhliche, hilfreiche Anne, die von allen gemocht wird.

Und weil es ihr wichtig ist, wirklich von allen gemocht zu werden, lässt sie sich viel gefallen. Sie übernimmt Aufgaben, die ihr zu viel sind. Sie lässt sich immer überreden, noch schnell einen Kuchen zu backen oder mit auf die anstrengende Freundin ihrer Tochter aufzupassen. Weiterlesen

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Geld – Familiensystem

Vater ist gegangen

Vater ist gegangen

Es gibt unendlich viele Varianten dafür, wie unser Familiensystem beeinflussen kann, wie viel Geld wir „erarbeiten“ können oder dürfen.

Das beginnt bei einer „Familienobergrenze“, das System kann bestimmen, mit welcher Arbeit wir das Geld erwirtschaften dürfen, und sogar beeinflussen, wie wir es wieder verlieren. Und es gibt erstaunliche Verstrickungen in einer Familie.

Natürlich habe ich dazu wieder eine kleine Geschichte:

Christian hat sich eine kleine Firma aufgebaut. Sie läuft auch einigermaßen und er hat gerade genug Geld für sein Leben, weil er eine günstige Wohnung hat und von zu Hause aus arbeiten kann. So sind die laufenden Kosten gering. Aber es reicht nicht für einen schönen Urlaub, und auch das Auto frisst immer dann Geld mit Reperaturen, wenn er gerade etwas angespart hat. Und eine Familie hat Christian auch nie gegründet. Beziehungen halten bei ihm selten. Weiterlesen

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Geld – Glaubenssätze

Schuften

Schuften

Natürlich haben wir alle auch Glaubenssätze über Geld. Zum Beispiel darüber, wie wenig oder viel man dafür arbeiten muss, um ordentlich Geld zu verdienen.

Furore hat in diesem Bereich das Buch „Die Vier-Stunden Woche“ von Tim Ferriss gemacht, in dem er vorführt, wie man mit vier Stunden Arbeit in der Woche per Online-Geschäft seinen Lebensunterhalt verdienen kann.

Die meisten von uns denken sicher eher an eine 40-Stunden Woche, an die Rente und an die Miete oder den Kredit für’s Haus.

Und viele denken sicher, dass man hart arbeiten muss, um genug Geld zum Leben zu haben.

So wie Hannelore. Sie hat eine volle Stelle und verwaltet Personal. Und weil in ihrer Firma häufig Menschen kündigen und deswegen auch so viele Menschen neu eingestellt werden müssen, hat sie alle Hände voll zu tun. Eigentlich hat sie sogar mehr Arbeit als sie alleine schaffen kann, aber der Chef sagt, das Geld reicht nicht für eine zweite Kollegin. Und so bleibt sie oft länger und nimmt sich manchmal auch Arbeit mit nach Hause, damit ein neuer Kollege auch pünktlich anfangen kann. Sie hat schon oft Urlaub verfallen lassen. Oft kann sie gar nicht mehr abschalten, so überlastet ist sie. Manchmal spielt sie mit dem Gedanken, sich einen anderen Job zu suchen, aber mit Mitte Vierzig ist das nicht mehr so einfach. Weiterlesen

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Geld – Erwartungen

Geld

Geld

Geld ist ein riesiges Thema. Es berührt natürlich auch Dinge wie Einkommen, Reichtum, etc, aber für diese Miniserie möchte ich trotzdem einfach nur über Geld als solches reden. Und selbst das ist schon viel.

Eine der wichtigsten Erwartungen an Geld ist, wie viel wir davon eigentlich haben können. Wir lernen das zunächst zu Hause, aber meistens eher auf eine abstrakte Weise, denn unser Eltern sagen uns selten, wie viel Geld sie wirklich haben.

Wir wissen aber sehr genau, was geht: Ein Fahrrad, ein Computer oder eben nur eine neue Bluse und ein Buch zu Weihnachten oder Geburtstag sind schon deutliche Zeichen. Und so entwickeln wir eine Erwartung an die Menge von Geld, die uns zur Verfügung steht.

Hier erzähle ich wieder zwei Geschichten, die aber von der Wirklichkeit nicht weit entfernt sind:

Karl erwartet, immer eine gewisse Menge an Schulden zu haben. Und immer wenn er plötzlich zu Geld kommt, zahlt er damit nicht etwa seine Schulden ab. Nein, er gibt es sofort für etwas Schönes aus – das bekommt er ja so selten! – und damit bleibt seine Gelderwartung auf dem selben Stand: Er hat immer ungefähr 1.000,- Euro Miese. Und wenn er ganz viel Pech hat, dann geht sein Auto kaputt wenn er gerade doch voller Disziplin seine Schulden abbezahlt hat, er muss sein mühsam erspartes Geld für die Reparatur opfern und ist dann wieder bei seinem Normalstand von 1,000 unter Null. Weiterlesen

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Veränderungen – Familiensystem

Mobile

Familiensystem als Mobile

Ganz grundsätzlich ist ein Familiensystem nicht besonders erpicht auf Veränderungen. Dieses System ist zudem auf den Selbsterhalt ausgelegt und entwickelt in Notfall erstaunliche Komplikationen, um sich selbst zu stabilisieren.

Man kann sich so ein System wie ein Mobile vorstellen, wo alle Mitglieder miteinander verbunden sind.

Wenn alles ruhig ist, ist das System ausbalanciert und jeder weiß, wo er oder sie hingehört. Der Zustand ist vertraut. Das muss übrigens nicht heißen, dass es allen gut geht, oder dass es keine Probleme gibt, ganz im Gegenteil. Aber es herrscht eine gewisse Balance und Sicherheit.

Veränderungen betreffen immer das gesamte System. Das bedeutet, selbst wenn sich nur ein Familienmitglied ändert, muss das komplette System reagieren und ein neues Gleichgewicht finden. Und das ist natürlich mit Aufwand und Unruhe verbunden. Weiterlesen

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