Umgang mit Ärger – Glaubenssätze

Wut

Wut

Wenn wir jemanden sehen, der sich ärgert, dann denken wir oft, dieser Mensch müsste schnell beschwichtigt werden. Wir wollen den Ärger so schnell wie möglich loswerden, sowohl bei uns als auch bei anderen.

Und dafür setzen wir alles ein, was wir haben. Wir versuchen es mit Liebe und Zärtlichkeit. Vielleicht mit Sex. Oder mit Druck. Oder wir bestrafen das wütende Kind noch extra. Oder wir ignorieren den Ärger geflissentlich, bei uns selbst und anderen.

Weil wir glauben, dass Ärger schlecht ist.

Weil uns Ärger vielleicht unheimlich und unangenehm ist.

Weil uns ein ärgerlicher oder wütender Mensch Angst macht.

Denn Ärger macht etwas mit uns: Er macht uns stark und verdrängt die eigene Angst. Er reduziert die Welt auf gut und böse, schwarz und weiß. Er macht Dinge einfach.

Ärger verlangt nach Aktion und Handeln.

Ärger ist eine Triebfeder für Veränderung.

Und auch das kann Angst machen.

Deswegen glauben wir oft, dass Ärger etwas Schlechtes ist.

Aber Ärger ist zunächst einmal einfach ein Gefühl, das wir wahrnehmen. Ein innerer Zustand und ein Signal. Er ist ein Zeichen dafür, dass etwas gerade nicht stimmt. Das wir uns mit dem, was passiert, nicht wohl fühlen. Dass vielleicht gerade unsere Grenzen verletzt wurden, oder unsere Würde, oder unser Dasein.

Daher sollten wir Ärger durchaus ernst nehmen und annehmen statt ihn sofort wegzudrücken. Und auch bei anderen sollten wir den Ärger wahrnehmen und würdigen.

Versuchen Sie es doch einmal: Lassen Sie den Ärger zu. Spüren Sie genau hin. Was genau macht Sie gerade wütend? Können Sie es festnageln? Hervorragend.

Und dann können Sie den Ärger transformieren: in eine angemessene Reaktion.

Vielleicht können Sie nachhaken, wenn Informationen nicht passen.

Vielleicht können Sie Ihre Grenze benennen und verteidigen.

Vielleicht können Sie – ruhig, aber bestimmt – Ihre Würde einfordern.

All dies macht Ärger erst möglich. Und deswegen lohnt es sich, ihn zuzulassen, ihn zu spüren und ihn genau zu beobachten. Und das Spannendste ist: Wenn Sie ihn wahrgenommen haben, und jetzt wissen, Sie für sich verändern können, dann geht der Ärger meistens ganz von selbst wieder weg.

Und jetzt verändern wir den Glaubenssatz, der Ärger nicht zulässt:

Auch wenn ich schon als Kind gelernt habe, dass Ärger etwas Schlechtes ist, das bestraft wird, bin ich okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass Ärger vielleicht doch einen Nutzen  hat.

Auch wenn ich als Kind bestraft worden bin, wenn ich meinen Ärger ausgedrückt habe, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, den Ärger zu spüren und seine Botschaft zu hören.

Auch wenn ich gelernt habe, Ärger zu fürchten und zu unterdrücken, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, auch meinen Ärger anzunehmen, und ihn dann in angemessene, wohlbedachte Veränderungen umzusetzen.

Sie sind dran:
Worüber ärgen Sie sich besonders?
Haben Sie herausgefunden, warum Sie ausgerechnet dieses so sehr ärgert?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?

Bildquelle: F. Möbius

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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