Umgang mit Ärger – Familiensystem

Familienjob

Du hast den Job.

Manchmal werden in einem Familiensystem sozusagen „Jobs“ verteilt. Ein Mitglied „übernimmt“ eine Sache, damit die anderen frei davon sein können.

Meistens sind das natürlich unangenehme Dinge, wie Übergewicht oder Traurigkeit. Und natürlich macht das niemand bewusst. Und doch passiert das, weil ein Familiensystem nicht dafür da ist, die Mitglieder glücklich zu machen. Ein Familiensystem schützt sich einfach nur selbst.

Nehmen wir als einmal an, eine Familie hat sehr klare Regeln über Ärger:

Ärger ist unerwünscht, und in der Familie darf er nicht ausgedrückt werden. Ein lautes Wort ruft schon Stirnrunzeln und Augenrollen hervor. Natürlich haben auch die Kinder sofort begriffen, was diese Regel bedeutet: Niemals Ärger zeigen. Und jeden Ärger sofort herunterschlucken, damit die Harmonie bloß nicht leidet.

Leider hat aber offenbar das dritte Kind, Tochter Regina, diese Regel nicht verinnerlicht. Sie hat immer wieder heftige Wutausbrüche, schreit laut und wirft ihre Stofftiere durch die Gegend. Sie stellt ihre Eltern vor große Herausforderungen.

Es gibt übrigens ganz viele Möglichkeiten, dieses Verhalten systemisch zu erklären, es muss gar nichts mit meinem Konzept von diesem Artikel zu tun haben.

Aber bleiben wir einfach mal bei der Idee, dass Regina auf ihre Art den ganzen Ärger ausdrückt und auslebt, der in ihrer Familie sonst verborgen bleibt.

Wenn sich in ihrer Familie nichts ändert, wird das noch lange so bleiben. Denn der Ärger im System braucht ein Ventil, sonst zerbricht die Familie auf Dauer. Über Regina schafft sich das System Erleichterung. Und wenn man genau hinschaut, liegt womöglich die Spannung ganz woanders.

Diese Art von Jobs gibt es immer wieder in Familien. Gerade wenn jemand sich ganz anders benimmt, oder anders aussieht als der Rest der Familie, kann es sich um so einen Job handeln.

Zum Glück muss dieser Job nicht ein Leben lang getragen werden. Wenn z.B, Regina später im Leben begreift, dass ihre Wutausbrüche gar nicht immer von ihr kommen, und sie erkennt, dass es sich um einen Familienjob handelt, dann kann sie diesen Job an das System zurückgeben.

Dann muss der Ärger im System anders verteilt werden. Entweder es erklärt sich jemand anderes bereit, den Job zu machen, oder aber – und das ist wahrscheinlicher – muss sich die Famile endlich dem Ärger stellen und jeder den Anteil annehmen, der zu ihm oder ihr gehört. Und das kann sehr heilsam sein.

EFT kann helfen, so einen Job an das Familiensystem zurückzugeben.

Auch wenn mich negative Gefühle immer wieder überfallen und ich gar nicht weiß, was da abgeht, bin ich okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass ich da einen Familienjob übernommen habe.

Auch wenn ich immer wieder das seltsame Gefühl habe, meine Gefühle sind gar nicht meine, bin ich okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass das System diese Gefühle nur über mich los wird.

Auch wenn ich da vielleicht einen Job übernommen habe und den Ärger für die gesamte Familie ausdrücke, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, diesen blöden Job an das System zurückzugeben.

Sie sind dran:
Überfällt Sie gelegentlich der Ärger? Einfach so aus dem Nichts?
Sind Sie der oder die Einzige in der Familie, die sich oft ärgert?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?

Bildquelle: F. Möbius

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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