Umgang mit Ärger – Erwartungen

Ärger

Ärger

Ärger ist in der Regel ein Gefühl, das wir als negativ bezeichnen. Wenn wir uns ärgern, fühlen wir uns eben nicht gut.

Für viele ist das ein Grund, Ärger zu vermeiden, oder Ärger so schnell wie möglich nicht mehr zu fühlen. Wir wollen einfach wieder gut drauf sein, und uns gut fühlen.

Ärger ist doof, oder?

Anne geht es so. Sie ärgert sich eigentlich oft, aber sie drückt das Gefühl ganz schnell wieder weg. Sie ist schließlich die lustige, fröhliche, hilfreiche Anne, die von allen gemocht wird.

Und weil es ihr wichtig ist, wirklich von allen gemocht zu werden, lässt sie sich viel gefallen. Sie übernimmt Aufgaben, die ihr zu viel sind. Sie lässt sich immer überreden, noch schnell einen Kuchen zu backen oder mit auf die anstrengende Freundin ihrer Tochter aufzupassen.

Auch im Job wird sie immer wieder gefragt, wenn unangenehme Aufgaben anstehen. Und sie weigert sich selten – aber sie durchschaut das Spiel durchaus. Und sie ärgert sich, ein bisschen. Aber sie zeigt den Ärger nicht und erlaubt sich selbst auch nicht, ihn deutlich zu spüren, denn sie fürchtet, dann nicht mehr beliebt zu sein.

Und so schluckt sie den Ärger immer wieder herunter.

Ärger ist ein Primärgefühl, das heißt, es kommt schnell und geht auch schnell wieder weg, wenn wir uns erlauben, ihn voll und ganz zu spüren. Ärger ist ein Warnsignal, dass etwas schief läuft, dass unsere Grenzen überschritten werden. Dass wir aufpassen und uns wehren sollten.

Und wenn wir, wie Anne, den Ärger gar nicht erst zulassen, dann bleibt das Gefühl quasi „stecken“. Es staut sich auf und verwandelt sich in Wut. Das geht lange gut, aber irgendwann wird es einfach zu viel. Und dann kann sich die Wut in plötzlichen Ausbrüchen entladen, oder es kann zu körperlichen Erkrankungen kommen. Hinter Allergien steckt z.B. oft Ärger oder Wut, die sich dann im körperlichen Angriff auf Pollen, Tierhaare oder andere Kleinigkeiten entladen.

Ärger nicht zu spüren, ist ungesund.

Ärger nicht auszudrücken oder auf ihn nicht zu reagieren, ist ungesund.

Und wir können gerade wieder einmal erleben, wie drastisch aufgestaute Wut explodiert, wenn der Ärger einer Minderheit über lange Zeit in einer ganzen Gesellschaft ignoriert und nicht zugelassen wird. Wenn diese Wut auch noch gezielt angefacht und gesteuert wird. Ein Spiel mit dem Feuer…

Ganz konkret bedeutet ein gesunder Umgang mit Ärger, dass Sie sich erlauben sollten, ihn zu spüren und dabei genau hinzusehen. Was löst diesen Ärger gerade aus? Was passiert da wirklich? Auf wen dürfen Sie wütend sein und auf wen nicht? Wann und wo?

Möglicherweise entdecken Sie dann ganz spannende Muster. Und die Erkenntnis ist der erste Schritt zur Veränderung.

Ärger verschwindet ganz schnell wieder, wenn seine Warnfunktion ernst genommen wird. Dann lassen sich Situationen und Strukturen ändern, dann kann man ganz anders miteinander kommunizieren. Ärger ist auf diese Weise ein wichtiger und hilfreicher Ratgeber.

Allerdings nur, wenn wir uns wirklich erlauben, den Rat anzunehmen.

Und das kann man klopfen.

Auch wenn ich gelernt habe, meinen Ärger zu unterdrücken und nicht zu spüren, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, genauer hinzusehen, wenn ich mich ärgere.

Auch wenn ich von allen um mich herum erwarte, ihren Ärger nicht auszudrücken und zu verstecken, bin ich okay so wie ich bin, und ich bin jetzt offen für die Möglichkeit, dass es vielleicht wichtig ist, meinen Ärger und den Ärger von anderen wahrzunehmen.

Auch wenn es wirklich unangenehm ist, meinen Ärger zu spüren und auszudrücken, und damit vielleicht Ärger bei anderen auszulösen, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass Ärger und Streit nicht zerstörerisch sein müssen, sondern eine Chance für eine gute Veränderung bieten.

Sie sind dran:
Worüber ärgen Sie sich besonders?
Gibt es Muster für die Dinge, über die Sie sich besonders ärgern?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Wie möchten Sie sich in Zukunft fühlen?

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

PPS: Im Newsletter finden Sie jeweils passend zum Blogthema eine ausformulierte Klopfrunde. Sie können sich über das Formular oben rechts dafür anmelden.
Falls Sie meinen Blog über Ihr Handy lesen und das Formular nicht sehen können, folgen Sie diesem Link: Anmelden für den Newsletter.

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und „Zufälle“ haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so.

Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen.

Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.

Dieser Beitrag wurde unter Persönliches Wachstum abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.