Traurigkeit aus dem Nichts

Traurigkeit

Traurigkeit

Vielleicht kennen Sie das. „Eigentlich“ läuft alles gut. Keine Katastrophen. Alles im grünen Bereich. Vielleicht ist sogar das Wetter wirklich schön.

Und trotzdem ist da diese Traurigkeit.

Einfach so. Ohne Grund.

Natürlich hat sie einen Grund.

Es kann sich um eine Depression handeln (und dann sollte ein Arzt oder Psychiater eingeschaltet werden). Wenn sich auch bei gründlicher EFT-Arbeit kein Grund oder Erlebnis als Auslöser für die Traurigkeit zeigt, gibt es noch diese Möglichkeit:

Es kann sich um ein übernommenes Gefühl handeln.

Im Familiensystem passiert so etwas dann, wenn ein Gefühl nicht gespürt werden kann oder darf, wenn es massiv verdrängt und unterdrückt wird.

In Deutschland ist das gerade mit Traurigkeit häufig geschehen. In den Kriegsjahren und den chaotischen Nachkriegsjahren war kaum Zeit für Trauer. Und sie wurde auch nicht geduldet, weil das Ausdrücken von Trauer für viele andere nicht erträglich war – es hätte die Mauern um die eigene Trauer gefährdet.

Also wurde Traurigkeit unterdrückt.

Gefühle zu unterdrücken, ist natürlich nie eine gute Idee, aber ich glaube, dass viele Menschen damals keine andere Möglichkeit sahen, als die Zähne zusammenzubeißen und irgendwie weiter zu machen.

Und so wabert die Traurigkeit im Familiensystem herum.

Kinder haben ein sehr feines Gespür für diese Dinge, und übernehmen die „herrenlosen“ Gefühle oft, aus dem tiefen Wunsch heraus, den geliebten Menschen in der Familie zu helfen. Kinder wissen nicht, dass das keine gute Idee ist. Sie folgen einfach den Impulsen des Systems.

So kann sich eine diffuse Traurigkeit in einem jungen Wesen festsetzen.

Und dann kommt sie ohne äußeren Anlass immer dann zum Vorschein, wenn Raum dafür frei wird, immer in dem Bestreben, endlich gesehen, endlich ausgelebt zu werden.

Doch der Träger der Traurigkeit kann das Gefühl gar nicht wirklich ausleben, weil es nicht seins oder ihres ist. Es gibt keine Erinnerungen, an denen das Gefühl hängt.

Die beste Lösung ist es in so einem Fall, das Gefühl wieder an die Personen zurückzugeben, denen es gehört. Das klingt schwieriger als es ist.

Wir müssen nicht wissen, zu wem es gehört.
Wir müssen nicht wissen, was der Auslöser war.
Wir müssen es nicht auflösen.
Wir müssen es nur zurückgeben.

Mit meinen Klienten nutze ich dafür eine sehr persönliche Visualisierung, die in der Regel sehr tief geht und sehr bewegend ist. Manchmal müssen dabei auch Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, bevor das Gefühl zurückgegeben werden kann.

Hier kann ich Ihnen Klopfsätze anbieten, die es ebenfalls möglich machen, Gefühle wie diese seltsame Traurigkeit aus dem Nichts dahin zurückzuschicken, wo sie herkommen.

Auch wenn mich manchmal diese Traurigkeit einfach überfällt und ich gar nicht weiß, wo sie herkommt, bin ich okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass sie mit mir gar nichts zu tun hat.

Auch wenn diese Traurigkeit so seltsam ist, weil ich sie gar nicht zuordnen kann, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, sie dahin zu schicken, wo es hingehört.

Auch wenn mich diese Traurigkeit manchmal überwältigt, auch wenn es gar keinen Grund dafür gibt, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, diese Traurigkeit loszulassen und dahin zurückzuschicken, wo sie hingehört.

Es muss nicht Traurigkeit sein, die Sie übernommen haben. Jedes unerklärliche Gefühl, das Sie gelegentlich überfällt, kann aus einer derartigen Quelle stammen. Sie können die Klopfsätze dann passend umformulieren.

Sie sind dran:
Was für ein Gefühl überfällt Sie gelegentlich „einfach so“?
Was ist passiert, als Sie versucht haben, es zurückzugeben?
Schreiben Sie einen Kommentar!

Bildquelle: F. Möbius

PS: Die Klopfvorschläge im Text sind nur ein winziger Anfang. Mit meinen Klientinnen und Klienten arbeite ich wesentlich persönlicher und intensiver. Entsprechend gehen auch die Veränderungen tiefer und sind umfassender. Falls Sie Interesse daran haben, sich von mir helfen zu lassen, klicken sie HIER, schreiben Sie mir eine Email und wir besprechen, wie wir am besten vorgehen.

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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2 Kommentare zu Traurigkeit aus dem Nichts

  1. Richard sagt:

    Hallo Frauke,

    Ich finde den ersten Absatz super. Er entspricht auch dem klassischen EFT nach Gary Craig. Dann sofort das aktive Zurückschicken anzuschließen weicht aber davon ab und ich halte das auch für suggestiv und unnötig. Die Möglichkeit, dass es nichts mit mir zu tun hat, regt bereits dazu an, dass etwas erscheint, das wir dann spezifisch klopfen. Derartige allzu schnelle suggestive Eingriffe in den Prozess führen aus meiner Sicht und Erfahrung in das Verdrängen und damit in die Sackgasse. Völlig unnötig, da die tieferen Ursachen erscheinen, wenn der Klient für alles offen bleibt. Er bleibt aber so nur für die Suggestion offen. Subjektiv erscheint oft das Problem als geheilt, was sich dann in der Praxis allzuoft nicht bestätigt.

  2. Hallo Richard,

    im Artikel ging es mir vor allem darum, das Konzept übernommener Gefühle darzustellen, was nicht unbedingt generell bekannt ist. Natürlich arbeite ich mit Klienten in der Praxis zunächst explorativ und warte ab, was passiert, wenn wir gründlich hinschauen und Möglichkeiten durchspielen.

    Ich danke in jedem Fall für den Hinweis, dass der Artikel missverständlich sein könnte und möglicherweise jemanden, der alleine arbeitet, zu schnell von inneren Hinweisen wegführt. Daher habe ich ihn ein klein wenig verändert, um Raum für dieses Nachforschen und Hineinschauen zu lassen.

    Liebe Grüße und Dank
    Frauke

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