Schicksale in der Familie beeinflussen sogar die Enkel

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass die inneren Reaktionen auf schlimme Erlebnisse in einer Familie weitergegeben werden. Was heißt das konkret?

Wenn eine Frau vergewaltigt wurde, kann sie womöglich Nähe nicht mehr gut ertragen. Bekommt sie aber ein Kind, braucht das Baby viel Nähe, verlangt sie und fordert sie ein. Vielleicht erinnern die Berührungen die Mutter aber – wahrscheinlich nur unbewusst – an ihre schreckliche Erfahrung, und sie beginnt auf die Nähe und die Forderungen des Kindes mit Angst zu reagieren. Das wiederum beeinträchtig die Bindung zwischen Mutter und Kind massiv.

Das Kind wächst also in einem Gefühlschaos auf, in dem Nähe überlebensnotwendig ist, aber eben auch mit Angst besetzt ist. Liebe kann so nicht fließen, ein stabiles Innenleben sich nur schwer entwickeln.

Ich möchte betonen, dass hier keinerlei Schuld vorliegt. Es handelt sich um automatische Reaktionen, die normal sind, wenn derartige Erlebnisse nicht verarbeitet wurden. Es kann übrigens genauso ein Vater die Nähe und Liebe verweigern, wenn er schreckliche Dinge erlebt hat.

Franz Ruppert erläutert in seinem Buch „Trauma, Bindung und Familienstellen“, dass insbesondere die Enkel der hypothetischen vergewaltigten Frau unter dem Gefühlschaos leiden, das von den unwissenden Kindern an die nächste Generation weitergegeben wurde. Bei den Enkeln ist dann überhaupt nicht mehr nachzuvollziehen, warum sie möglicherweise Panikattacken haben oder auf manche Situationen unangemessen reagieren, ja vielleicht sogar sich manchmal „neben sich“ oder ständig traurig fühlen – es sei denn, man erkennt die Zusammenhänge mit dem Schicksal der Großmutter.

Diese Ideen und Konzepte machen deutlich, wie wichtig es ist, solche Erlebnisse tatsächlich aufzuarbeiten. Hier in Deutschland liegt viel Arbeit vor uns, denn die Wellen des zweiten Weltkrieges brechen sich immer noch in den Seelen. Ich bin froh, dass EFT diese Arbeit leichter macht.

Literatur zu dem Thema:
Franz Ruppert, „Trauma, Bindung und Familienstellen“, Klett-Cotta, 4., durchgesehene Auflage, 2010

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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4 Kommentare zu Schicksale in der Familie beeinflussen sogar die Enkel

  1. Ole sagt:

    Toller Artikel. Sicher nicht verkehrt, sich mit dem Thema detailierter zu befassen. Ich werde bestimmt auch die weiteren Artikel im Auge behalten.

  2. Grace sagt:

    This is cool!

  3. Darko sagt:

    Hallo, ich bin mal so frei und schreibe mal was im Blog. Sieht schick aus! Ich nutze seit kurzem auch WordPress verstehe aber noch nicht alle Funktionen. Dein Blog ist mir da immer eine tolle Anregung. Weiter so!

  4. karmakiosk sagt:

    Hallo – deine Seiten sind sehr hilfreich. Klopfen und Meditation sind m. E. eine super Psychygiene. Gruß vom karmakiosk

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