Mitmenschen – Familiensystem

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Fremd

Natürlich hat unser Familensystem auch Einfluss darauf, wie wir mit anderen Menschen umgehen. Wir lernen die Regeln für den Umgang mit Fremden und Bekannten von unseren Eltern. Außerdem können alte Schicksale aus der Vergangenheit uns immer noch als Familienmuster beeinflussen.

Ich erfinde mal wieder zwei Figuren mit unterschiedlichem Hintergrund.

Thomas ist gerne unter Menschen. Er liebt es, ihre Geschichten zu hören und mit ihnen zu reden. Manchmal läd er sogar jemanden zu sich ein, der auf Durchreise ist. Und so hat er auch ein- oder zweimal einen Flüchtling für ein paar Nächte aufgenommen. Es fällt ihm leicht, neue Freunde zu gewinnen, und so hat er auch schon Menschen in fremden Ländern besucht.

Ganz anders geht es dagegen Jochen. Er fühlt sich unter seinen alten Freunden am wohlsten, während er Gelegenheiten wie Kirmes oder Weihnachtsmarkt meidet. Beim Einkaufen spricht er an der Kasse nur das Nötigste. Fremde Menschen sind ihm unangenehm und so redet er gar nicht mit ihnen, wenn es geht. Er nimmt durchaus wahr, dass er so handelt, und das ist ihm ein wenig peinlich. Aber wirklich ändern will er auch nichts.

Was mag hier los sein?

Thomas hat überhaupt kein Problem, er ist vielleicht höchstens manchmal zu vertrauensselig. Und möglicherweise ist sein Familiensystem einfach für fremde Menschen offen. Es wäre interessant zu sehen, ob seine Vorfahren ausgewandert sind, oder häufig Fremde in die Familie aufgenommen wurden.

Wenn dagegen Jochen mein Klient wäre, dann würde ich mit ihm ein Genogramm erstellen, um herauszufinden, ob es da vielleicht Ursachen für das Verhaltensmuster gibt. Wir würden darüber reden, was für ein Leben seine Eltern, Großeltern und weitere Verwandten hatten. Und es kann schon sein, dass einem seiner Vorfahren etwas Schlimmes von Fremdem angetan wurde – und diese Sache Auslöser für eine Familienregel wurde:

Fremde sind gefährlich.

Ich vermute, dass diese Regel auch in Deutschland weit verbreitet ist. Immerhin liegt die Besatzungszeit noch nicht so lange zurück, zumindest, wenn man die Generationen betrachtet.

Falls Jochen so eine Familienregel gelernt hat, dann läuft unterbewusst ein Programm, dass ihn vor Fremden schützt, indem es ihn Orte mit vielen, unbekannten Menschen vermeiden lässt.

Das ist kein Problem, so lange es ihn nicht daran hindert, sein Leben zu genießen. Wenn er aber plötzlich einen Job bekommt, in dem er ständig mit fremden Menschen reden muss – dann wird es schwierig.

Aber selbst so eine Regel lässt sich verändern oder auflösen. Wenn wir den Grund dafür wissen, hilft das natürlich, aber EFT ist zum Glück flexibel genug, um auch so zu wirken. Es dauert vielleicht nur etwas länger.

Auch wenn ich schon zu Hause gelernt habe, dass Fremde gefährlich sind, und ich alles tue, um Fremde zu vermeiden, bin ich okay so wie ich bin, und ich bin jetzt offen für die Möglichkeit, dass dies nur eine alte Familienregel ist.

Auch wenn ich vorsichtig mit Fremden bin und sie meistens vermeide, bin ich okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass dies ein Echo aus der Vergangenheit ist und mich nicht wirklich betrifft.

Auch wenn ich die Regel meiner Familie bislang brav befolgt habe und von Fremden Abstand halte, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt zu sehen, dass ich dadurch auch viel Interessantes verpasse.

Sie sind dran:
Wie geht Ihnen das mit Menschen, die Sie nicht kennen?
War das in Ihrer Familie schon immer so?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?

Bildquelle: F. Möbius

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und „Zufälle“ haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so.

Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen.

Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.

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