„Ich bin ja so dumm!“

dumm

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Neulich wurde ich gefragt, ob es Sequoias auch in Europa gibt. „Nur in botanischen Gärten“, sagte ich. Mein Gegenüber antwortete mit dem Spruch: „Ich bin ja so dumm.“

Dabei hat das gar nichts mit dem Intelligenzgrad zu tun. Es handelt sich schlicht um eine Information, die mein Gesprächspartner einfach noch nicht gelernt hatte. Und das habe ich dann auch gesagt.

Dahinter steckt aber etwas Fundamentales:

Es gibt zwei grundsätzliche Einstellungen zum Thema Intelligenz, Lernen und Erfolg. Entweder glauben Menschen, dass sie ein tolles Talent für etwas haben – dann aber bedeuten Fehler und schlechte Noten komplettes Versagen. Alternativ gehen Menschen davon aus, dass Erfolg das Ergebnis von Anstrengung und Lernen ist – und empfinden Fehler als Möglichkeit, weiter zu wachsen.

Man sollte meinen, dass die zweite Einstellung – Lernen und Wachstum führt zum Erfolg – wesentlich weiter verbreitet ist. Das ist aber nicht unbedingt der Fall.

Außerdem ist es sehr einfach, Menschen in die erste Einstellung – wenn ich einmal versage, bin ich immer ein Versager – hineinzudrängen. Zeugnisse bringen das zu Stande, Noten und sogar Lob, wenn nämlich Talent oder Intelligenz gelobt werden.

Diese Einstellung heißt auf Englisch „Fixed Mindset“*, also so viel wie eine „festgezurrte innere Einstellung“. Man ist, was man ist, und das kann man auch nicht mehr ändern. Leider ist das eben eine Einstellung, die sehr hinderlich ist und zu allerlei Entschuldigungen und zu einer gewissen Vermeidungshaltung führt, damit man bloß nicht glauben muss, ein Versager zu sein.

Es ist wesentlich einfacher, Herausforderungen im Leben zu meistern, wenn man sich in der anderen inneren Einstellung befindet, dem „Growth Mindset“, also einer Art „Wachstumseinstellung“. Auch die viel beschworene Persönlichkeitsentwicklung fällt erheblich leichter, wenn man sich zugesteht, überhaupt wachsen zu können. Wenn man mit dieser Einstellung lebt, dann lohnen sich Mühe und Anstrengung auch.

Sie wissen schon, was jetzt kommt: Wir klopfen, damit Sie leichter wachsen können.

HK: Auch wenn ich schon als Kind gelernt habe, dass ich dumm bin, weil ich so viele Dinge nicht weiß, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass ich sie eben einfach noch nicht gelernt habe.

Auch wenn ich immer geglaubt habe, dass ich für manche Dinge Talent habe und für andere zu blöd bin, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass Talent vielleicht gar nicht so wichtig ist, und es sich statt dessen lohnt, ein Leben lang zu lernen.

Auch wenn ich von so vielen Menschen gehört habe, dass ich dumm bin, weil ich manche Dinge nicht weiß oder verstehe, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass ich all das immer noch lernen kann, egal wie alt ich bin.

AI: Ich bin so dumm!
AA: Oder wie meine Lehrer gesagt haben: Du bist so dumm!
UA: Und manchmal haben es auch andere gesagt.
UN: Manchmal haben sie auch gesagt: Du bist so schlau …
KP: Und irgendwie hat das alles keinen Sinn gemacht.
SB: Da war es am einfachsten zu glauben, ich bin dumm …
UA: Dann musste ich wenigstens nix mehr beweisen.
HG: Es ist einfach einfach, wenn man dumm ist.
Durchatmen!

AI: Ich bin eben einfach dumm.
AA: Und das macht vieles einfacher.
UA: Aber es tut auch weh.
UN: Wer will schon freiwillig dumm sein?
KP: Und vielleicht bin ich gar nicht dumm?
SB: Vielleicht habe ich nur nicht gelernt, wie man lernt?
UA: Das lernt man nämlich in der Schule gar nicht.
HG: Vielleicht bin ich gar nicht dumm?
Durchatmen!

AI: Boah. Wenn ich gar nicht dumm wäre …?
AA: Dann könnte ich alles lernen, was ich will!
UA: Dann dürfte ich sogar alles lernen, was ich will.
UN: Uff! Was soll ich bloß lernen wollen?
KP: Egal, ich erlaube mir jetzt, alles lernen zu können.
SB: Ich erlaube mir zu glauben, dass es nicht auf dumm oder schlau ankommt,
UA: sondern darauf, etwas lernen zu wollen.
HG: Und das kann ich jetzt wollen.
Durchatmen!

AI: Ich erlaube mir, ab sofort lernen zu können und zu wollen.
AA: Es gibt so viel spannende Dinge da draußen.
UA: Ich bin schon ganz neugierig,
UN: was ich als erstes entdecken werde.
KP: Ich erlaube mir jetzt, weder dumm noch schlau zu sein, sondern lernen zu können.
SB: Ich erlaube mir, nicht mehr in Kategorien zu denken.
UA: Ich erlaube mir, Spaß beim Lernen zu haben.
HG: Und das fühlt sich aufregend und spannend an!
Durchatmen!

Und? Haben Sie schon etwas entdeckt, was Sie reizt? Lassen Sie andere an Ihrer Freude teilhaben und schreiben Sie es mir und allen Lesern im Kommentar.

Mehr über diese beiden inneren Einstellungen können Sie im Buch „Selbstbild“ von Carol Dweck erfahren.

Bildquelle: F. Möbius

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und „Zufälle“ haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so.

Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen.

Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.

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