Geld – Familiensystem

Vater ist gegangen

Vater ist gegangen

Es gibt unendlich viele Varianten dafür, wie unser Familiensystem beeinflussen kann, wie viel Geld wir „erarbeiten“ können oder dürfen.

Das beginnt bei einer „Familienobergrenze“, das System kann bestimmen, mit welcher Arbeit wir das Geld erwirtschaften dürfen, und sogar beeinflussen, wie wir es wieder verlieren. Und es gibt erstaunliche Verstrickungen in einer Familie.

Natürlich habe ich dazu wieder eine kleine Geschichte:

Christian hat sich eine kleine Firma aufgebaut. Sie läuft auch einigermaßen und er hat gerade genug Geld für sein Leben, weil er eine günstige Wohnung hat und von zu Hause aus arbeiten kann. So sind die laufenden Kosten gering. Aber es reicht nicht für einen schönen Urlaub, und auch das Auto frisst immer dann Geld mit Reperaturen, wenn er gerade etwas angespart hat. Und eine Familie hat Christian auch nie gegründet. Beziehungen halten bei ihm selten.

Seine Mutter wohnt in derselben Stadt, und er besucht sie auch regelmäßig. Beide haben dann ihr festes Ritual für Kaffeetrinken und Patience spielen. Manchmal bleibt er zum Abendbrot, oder kommt schon zum Mittagessen, besonders wenn das Geld knapp ist. Zu seinem Vater hat Christian schon lange keinen Kontakt mehr. Seine Eltern haben sich scheiden lassen, als Christian noch klein war. Seine Mutter hat für Christians Vater auch keine guten Worte übrig und nennt ihn nur „den Versager“.

Was läuft hier im Familiensystem?

Auffällig sind zwei Dinge:

Christian hat keinen finanziellen Erfolg
Christian hat ebenfalls keinen Erfolg bei Frauen

Und beides lässt sich mit einer Leerstelle im System erklären:

Christians Vater wird massiv ausgegrenzt, und sein Platz im System ist sozusagen verwaist. Das verletzt gleich zwei Prinzipien im Familiensystem:

Denn erstens gehören alle dazu, ganz besonders die Eltern, aber auch alle Kinder.

Zweitens ist die Ordnung in der Familie gestört, weil Christian ganz unbewusst und schon als Kind den Platz seines Vaters eingenommen hat und immer noch versucht, ihn auszufüllen. Möglicherweise kann man das sogar darin sehen, wie Christian und seine Mutter miteinander umgehen.

Und drittens drückt Christian möglicherweise durch seinen Misserfolg Loyalität zu seinem verschwundenen Vater aus, denn im Familiensystem müssen alle Mitglieder respektiert werden. Und da seine Mutter den Vater nur als „Versager“ bezeichnet, versagt Christian immer wieder… die einfachste Möglichkeit, seinem Vater nahe zu sein.

Wie könnte hier eine Lösung aussehen?

Interessanterweise könnte Christian noch so viele Kurse zu Erfolg und Aufbau eines Geschäfts besuchen, es würde nichts ändern. Seine Loyalität zum verschwundenen Vater bliebe weiter bestehen, genau wie sein unbewusstes Bestreben, den Platz des Vaters im System zu vertreten.

In diesem fiktiven Beispiel wäre die einfachste Lösung, den Vater wieder „offiziell“ in das System einzugliedern. Da ja kein Kontakt mehr besteht, könnte das symbolisch geschehen. Christian könnte z.B. ein Bild von ihm aufstellen, oder sich eine „Vaterfigur“ basteln. Natürlich wäre es noch besser, seinen Vater ausfindig zu machen und Kontakt aufzunehmen.

Und er könnte sehr bewusst an seinen Platz in der Familie zurückkehren – „Ich bin dein Sohn, nicht mehr und nicht weniger.“ – und damit aufhören, seinen Vater zu vertreten.

Das würde wahrscheinlich zu Veränderungen führen, und möglicherweise wäre seine Mutter zunächst wenig begeistert. Aber Christian wäre dann frei, sein Leben so zu leben, wie er es möchte. Und er könnte dann auch mit seiner Firma Erfolg haben.

Ja, und selbst EFT kann in so einer Situation helfen. Hier sind Klopfsätze, die es leichter machen, die eigene Position in der Familie wieder einzunehmen.

Auch wenn es eine Leerstelle in meiner Familie gibt, und ich vielleicht ganz unbewusst versuche, diese Leerstelle zu füllen, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, ganz tief innen drin zu wissen, das ich [Position, z.B. die älteste Tochter] bin, nicht mehr und nicht weniger.

Auch wenn ich vielleicht ganz unbewusst versuche, meiner Mutter den Mann zu ersetzen, oder meinem Vater die Frau, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, nur noch die Position einzunehmen, die wirklich mir gehört.

Auch wenn ich immer wieder versucht bin, eine Leerstelle in meiner Familie zu füllen, und mich sogar dabei ertappe, bin ich völlig okay, und ich entscheide mich jetzt, nur noch [Tochter oder Sohn] zu sein, nicht mehr und nicht weniger.

Sie sind dran:
Welche Position haben Sie im Familiensystem?
Schauen Sie sich Ihre Gewohnheiten genau an. Passen die zur Position?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Wie möchten Sie sich in Zukunft fühlen?

Bildquelle: F. Möbius

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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