Geben und Nehmen

Geben und Nehmen

Geben und Nehmen

Geben ist seliger denn Nehmen.

Steht schon in der Bibel.

Stimmt aber nicht ganz.

Der Ausgleich von Geben und Nehmen ist eine der drei Hauptregeln in der systemischen Familienarbeit. Leider ist in vielen Fällen die Balance gestört. Gerade Frauen haben in ihrem Leben häufig gelernt, dass Geben zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört: Liebe geben, Fürsorge ausstrahlen, Ordnung machen, für ein gemütliches Heim sorgen. Männer dagegen geben Schutz, Geld oder Stärke und durchaus auch Fürsorge – doch oft bleibt ein Gefühl, dass sie sich auch gerne Dinge nehmen oder annehmen. Alles Stereotypen, aber ich denke, viele finden sich da wieder.

Und da wundert es nicht mehr, dass für so viele von uns diese Balance von Geben und Nehmen verschoben ist.

Im Kleinen ist das nicht so schlimm, weil es sich ausgleichen lässt. Aber viele kleine Erlebnisse multiplizieren sich womöglich. Es entstehen Gewohnheiten, weil es einfach ist. Und irgendwann steigt in uns eine ganz seltsame Wut auf. Ein Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dass etwas falsch ist. Und irgendwie unruhig. Häufig suchen wir uns dann jemanden, der „schuld“ ist. Der kriegt die Wut dann ab, für Kleinigkeiten, ohne dass wir genau wissen, warum.

Oder unser Körper sagt uns, dass etwas nicht stimmt, mit Schmerzen oder Krankheiten.  Die Suche nach der Ursache ist dann leider oft erfolglos – denn die Ursache liegt gar nicht im Körperlichen. Und sie liegt auch nicht bei demjenigen, der die Wut abbekommt.

Die Ursache findet sich im Ungleichgewicht von Geben und Nehmen.

Der erste Schritt in eine positive Veränderung ist immer einfach nur Beobachtung. Und darum möchte ich Sie jetzt bitten. Schauen Sie genau hin:

Was gebe ich den ganzen Tag?
Was bekomme ich über den ganzen Tag?
Wie sieht das im finanziellen Bereich aus?
Wer trägt mehr Geld bei?
Wer ist für das emotionale Klima zuständig?
Wer gibt mehr Zeit?

Beobachten Sie nur. Suchen Sie nach Mustern. Und dann ziehen Sie ganz behutsam, ohne Urteil, ihre persönliche Bilanz. Gibt es ein Ungleichgewicht? Gibt jemand mehr und nimmt jemand anders mehr? Wie lange geht das schon so?

Diese Dinge haben sich über lange Zeit entwickelt. Die innere Wut entsteht erst dann, wenn sich das Gefühl einschleicht, das Ungleichgewicht wird zu groß – und gerade dann sind kreative Lösungen gefragt.

Aber jetzt reicht es völlig, erst einmal Bilanz zu ziehen. Vielleicht kommen Ihnen ja dann auch schon Ideen für eine Veränderung. Nächste Woche machen wir dann weiter.

Damit es leichter wird, genau und trotzdem liebevoll und ohne Urteil hinzuschauen, gebe ich Ihnen noch ein paar Klopfsätze.

Auch wenn ich mir nie Gedanken über Geben und Nehmen gemacht habe, und trotzdem diese seltsame Wut in mir spüre, bin ich okay so wie ich bin und bin offen für die Möglichkeit, dass es sich lohnen könnte, da genauer hinzuschauen.

Auch wenn ich gar nicht dran will, unser Leben funktioniert doch gut, bin ich okay so wie ich bin und ich erlaube mir jetzt, sanft und liebevoll genauer hinzuschauen, wie es mit dem Geben und Nehmen so aussieht.

Auch wenn dieses Gerede von Geben und Nehmen so blöd esoterisch klingt, bin ich okay so wie ich bin und erlaube mir jetzt einmal, ganz neugierig und liebevoll mein Leben anzusehen und zu schauen, wie es um die Balance von Geben und Nehmen steht.

Und? Haben Sie etwas entdeckt? Läuft da schon lange etwas „schief“? Das ist übrigens normal und häufig der Fall. Wichtig ist nur, dass Sie es jetzt sehen können. Damit haben sie eine Basis für Veränderung. Und wenn Sie Fragen oder Ideen dazu haben, dann lade ich Sie jetzt ein, einen Kommentar zu schreiben.

Bildquelle: F. Möbius

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und „Zufälle“ haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so.

Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen.

Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.

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