Geben und Nehmen Teil 2

Balance

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Vielleicht haben Sie ja letzte Woche herausgefunden, dass in Ihrer Familie oder Ihrer Beziehung die Balance nicht ganz stimmt. Möglicherweise läuft da etwas im wahrsten Sinne des Wortes „schief“.

Es lohnt sich, das zu ändern.

Ein Beispiel:

Ich hatte während meiner Studienzeit zwei Freunde, die ein Paar waren. Liebenswerte Menschen, alle beide. Er gab sein Studium auf, um für den Lebensunterhalt Geld zu verdienen. Und um ihr das Studium zu finanzieren. Der Plan war, das später andersherum zu machen, wenn sie einen guten Job haben würde.

Doch so weit kam es nicht. Sowie sie ihr Examen in der Tasche hatte, brach die Beziehung auseinander. Sie ging in eine andere Stadt und heiratete jemand anders. Er … blieb bei seiner Arbeit.

Was war passiert? Ich habe es erst verstanden, als ich mit systemischer Arbeit vertraut wurde: Die Balance von Geben und Nehmen war durch das jahrelange Ungleichgewicht – das ja zudem mit jedem Tag größer wurde – dermaßen belastet, dass sie geflüchtet ist. Sie konnte nicht anders.

Es klingt sehr unfair. Aber es bleibt eine Tatsache: Wenn jemand fast nur nimmt und der andere fast nur gibt, dann steht am Ende die Flucht oder die Zerstörung der Beziehung. Meistens ausgelöst von dem, der nimmt, aber nicht immer.

Daher möchte ich Sie bitten, genau hinzuschauen. Wie sieht die Balance von Geben und Nehmen in Ihrer Familie, in Ihren Beziehungen aus? Und wenn Sie ein Ungleichgewicht feststellen – dann reden Sie darüber! Spüren Sie genau hin, erfassen Sie Ihr Unbehagen, und drücken Sie es dann aus. Ohne Bewertung. Sachlich, aber mit Dringlichkeit. Denn es geht um Ihr Leben und Ihr Glück.

Ich weiß, dass so etwas richtig schwer fällt. Ich möchte Ihnen Mut machen, dass es sich lohnt. Und das gilt für alle Beziehungen: Ehe, Familie, aber auch am Arbeitsplatz.

Damit es ein wenig leichter geht, den Anfang zu machen, habe ich ein paar Klopfsätze für Sie:

Auch wenn es mir so schwer fällt, das Ungleichgewicht überhaupt zu akzeptieren, es läuft doch gut so, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass es leichter ist, jetzt gegenzusteuern.

Auch wenn ich Angst davor habe, das Ungleichgewicht anzusprechen, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass auch der andere schon spürt, dass etwas schief läuft.

Auch wenn ich Angst davor habe, unsere Beziehung zu verändern, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass unsere Beziehung dadurch noch viel besser werden kann.

Und? Haben Sie den Mut gefunden, das Ungleichgewicht zu sehen und anzusprechen? Sagen Sie es allen hier, damit auch andere den Mut finden, ihre Beziehungen zu verändern.

PS: Es gibt übrigens eine Ausnahme von der Regel: Die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern – da geben die Eltern immer mehr als die Kinder, aber die Kinder geben es ihren Kindern weiter. So wird das Ungleichgewicht in dieser speziellen Beziehung wieder ausgeglichen.

Bildquelle: F. Möbius

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und „Zufälle“ haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so.

Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen.

Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.

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