Freude – Familienregeln

Die kleinen Dinge... Sonne, Blumen, Vögel

Die kleinen Dinge…

So wie wir uns individuell Regeln darüber geben oder gegeben haben, wie und worüber wir uns freuen wollen oder dürfen, gibt es auch in jeder Familie Regeln über Freude.

Wann, wo und wie wir uns freuen bzw. freuen dürfen, lernen wir schon ganz früh, als kleine Kinder.

Und ich habe wirklich noch den Satz von meiner Oma in den Ohren:

„Freu dich nicht zu früh!“

Dahiner stecken sicherlich Lebenserfahrung, Schicksalsschläge und eine gewisse Vorsicht im Umgang mit Gefühlen, aber die Kernaussage macht mich schon recht traurig, wenn man mal genau hinsieht.

Denn sie beinhaltet eine fatale Regel: Freu dich nur dann, wenn das Ergebnis auch stimmt.

Ansonsten ist alle Freude vergebens, oder vielleicht sogar gefährlich, weil wir ja enttäuscht werden könnten. Darüber habe ich ja letzte Woche schon geschrieben. Freude ist verschwendet und negativ, wenn das Ergebnis nicht eintritt, besagt so eine Regel.

Und ganz ehrlich, das finde ich völlig falsch.

Freude ist immer gut. Dieses wunderbar warme Gefühl, das bisschen Herzklopfen, die Entspannung – das tut uns immer gut. Und wir dürfen das ganz unabhängig vom Ergebnis fühlen, gerade in diesem Moment.

Und das nimmt uns niemand mehr weg! Und es gibt auch keine obere Grenze für Freude. Freude nutzt sich nicht ab und wir müssen sie uns auch nicht für besondere Gelegenheiten aufsparen.

Wir können, dürfen und sollten uns vielleicht sogar so viel wie möglich freuen.

Wo das jetzt gesagt ist, schauen wir uns doch einmal ein paar Familienregeln an:

Worüber dürfen Sie sich freuen?

Über Blumen im Garten oder auf dem Balkon, schönes Wetter, den Ausblick auf’s Meer oder die Berge?
Über gutes, leckeres Essen, egal was es ist und wie viel es kostet?
Über kleine und große Geschenke?
Über Erfolge, egal wie viel Arbeit dafür nötig war und egal wie groß oder klein?
Über ein paar Stunden mit Freunden?
Über einen gelungenen Witz?

Oder müssen Sie sich Freude „erarbeiten“?
Dürfen Sie sich nur freuen, wenn das „Richtige“ passiert?
Oder etwas ganz Besonderers?
Ist für Ihre Famile Vorfreude etwas Gefährliches?
Wird harmlose, schlichte Freude an kleinen Dingen sanktioniert?
Dürfen Sie sich freuen, auch wenn es anderen schlecht geht? Und wie sehr?

Über all diese Dinge haben Familien Regeln. Und wir halten uns daran.

Wir sehen das nur normalerweise nicht, weil wir so tief drin stecken. Weil wir uns so an diese Regeln gewöhnt haben.

Ich möchte Sie ermutigen, heute einmal genau hinzuschauen. Achten Sie auf Ihre Gefühle und ganz besonders jegliche Freude, die Sie empfinden. Wie oft freuen Sie sich eigentlich? Was löst Freude aus? Was lässt Sie kalt, auch wenn sich andere darüber freuen? Was ist etwas Neues, über das Sie sich freuen könnten?

Das Beste daran?

Sie können die alten Regeln umschreiben.

Das ist das Recht von Familienmitgliedern. Wir gestalten die Regeln in unseren Familien – und können sie entweder passiv übernehmen oder ganz bewusst umschreiben. Ich mache das oft mit meinen Klienten, mit Hilfe von Klopfrunden.

In diesem Fall ist es sogar recht einfach: Sie dürfen sich immer und überall über alles freuen, das Ihr Herz berührt. Und die alten Regeln werden ungültig.

Klingt gut?

Dann gibt’s hier Klopfsätze dafür:

Auch wenn meine Familienregeln bestimmen, über was ich mich freuen kann und darf und was nicht, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, diese Regeln umzuschreiben und mehr Freude in meinem Leben zuzulassen.

Auch wenn ich gelernt habe, dass es viele Dinge gibt, die mir egal sein sollen und nur wenige, über die ich mich wirklich freuen darf, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, diese Regeln umzuschreiben und mir viel mehr Freude zu erlauben.

Auch wenn ich diese Regeln über Freuen und Nicht-Freuen lange akzeptiert und verinnerlicht habe, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, dass die Zeit gekommen ist, diese Regeln zu verändern und mich viel mehr zu freuen.

Sie sind dran:
Haben Sie sich Ihre Familienregeln angesehen?
Welche ist besonders seltsam oder tiefgreifend?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?
Ich lade Sie ein, einen Kommentar zu schreiben.

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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