Familienregeln erkennen

Familie

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Die Familienregeln lassen mich nicht los.

Gestern habe ich mit jemandem gearbeitet, der mit den Regeln seiner Schwiegerfamilie zusammengerasselt ist. Das gibt’s nämlich auch – Regeln, die sich für die Familienmitglieder normal anfühlen, aber für Außenstehende unerträglich sind.

Was kann man da denn machen?

Als erstes muss man die Regeln der anderen Familie erkennen. Das erfordert Abstand, der nicht immer leicht zu gewinnen ist. Besonder schwierig ist es natürlich, wenn ein geliebter Mensch unter den Regeln zu leiden scheint.

Ich schreibe hier bewusst „scheint“, weil der geliebte Mensch zunächst einmal nichts anderes kennt, und damit womöglich auch nicht sehen kann, was ihm oder ihr da widerfährt.

Dann hilft Beobachtung. Schauen Sie genau hin. Achten Sie auf immer wiederkehrende Verhaltensweisen, auf Denkweisen. Geben Sie sich Zeit.

Wenn Sie dann einige Regeln erkannt haben, dann gibt es eine Chance, dem geliebten Menschen zu helfen – aber nur wenn der auch will.

Der wichtigste Schritt ist es, diese Regeln laut auszusprechen, und sie dann genau zu betrachten. Viele Regeln existieren nur, weil sie nie hinterfragt werden (z.B. ein Kind ist einfach immer das „schwierige“ Kind).

Kleiner Exkurs: Das „schwierige Kind“ hat diesen Job im Familiensystem meistens – ganz unbewusst – deswegen übernommen, um von ernsten Schwierigkeiten auf der Paarebene abzulenken und die Familie dadurch vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren. Wenn nämlich die Sorgen um das Kind, die Arztbesuche, die Schwierigkeiten in der Schule etc. alles andere überstrahlen, dann kann das Eltern „zusammenschweißen“. Und natürlich bessert sich Nichts an dem Kind, weil das eigentliche Problem nicht behoben wird – aber die Familie bleibt zusammen. Und das ist im System „wichtiger“ als das Wohlergehen des einzelnen Kindes. Brutal, aber so funktionieren Familiensysteme.

Ich möchte Sie also ermutigen, Ihre Familien zu beobachten, ein paar Regeln herauszufinden und diese dann genau anzusehen. Warum z.B. hat eine Erfolg und die anderen weniger? Warum wiegt einer so viel und die anderen haben Normalgewicht? Was ist da los? Wer trägt was? Und für wen?

Die Lösung findet sich häufig im Familiensystem – aber die Sache ist kompliziert. Man muss  wirklich genau hinschauen. Das ist eine Aufgabe, die ich sehr spannend finde, und die mir leicht fällt.

EFT ist dann für mich das Mittel der Wahl, um Regeln zu verändern. Besonders faszinierend ist dabei für mich, dass keinesfalls die ganze Familie behandelt werden muss. Es reicht, wenn ein Familienmitglied an sich arbeitet und z.B. einen Job aufgibt, den es übernommen hat – und das ganze System verändert sich.

Hier habe ich ein paar Klopfsätze, damit es Ihnen leichter fällt, Ihre Familie auf derartige Regeln zu untersuchen:

Auch wenn es mir so schwerfällt, Regeln zu erkennen und sichtbar zu machen, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, die Regeln in meiner Familie zu erkennen.

Auch wenn ich wirklich Schwierigkeiten habe, Regeln in meiner Familie zu erkennen, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, ganz genau hinzuschauen und zu beobachten.

Auch wenn es schwer ist, aus meinem eigenen Empfinden auszusteigen und nach Regeln zu suchen, dich auch mich betreffen, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, genau hinzuschauen und zu sehen, wie meine Familie funktioniert.

Welche Regeln haben Sie gefunden? Es können auch ganz einfache Regeln sein. Schreiben Sie einen Kommentar.

Bildquelle: F. Möbius

Wichtig: Blog und Newsletter machen im Dezember Pause. Im Januar geht es wie gewohnt weiter.

PS: Wenn Sie das Gefühl haben, dass es in Ihrem Familiensystem Regeln gibt, die negative Auswirkungen auf Sie haben, dann kann ich Ihnen helfen. Gemeinsam finden wir die Regeln heraus und verändern sie. Klicken Sie bei Interesse HIER, füllen Sie das Emailformular aus und schicken Sie es ab. Alles Weitere besprechen wir per Email oder Telefon. Ich arbeite mit Ihnen in meiner Praxis in Kiel, aber auch am Telefon oder gerne per Skype am Computer.

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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