EFT bei Panik

Eine kleine Warnung vorweg: In diesem Artikel werden Körperzustände beschrieben, die vielleicht erschreckend sein können. Für Menschen, die Panik kennen, empfehle ich daher, beim Lesen dieses Artikels gleichzeitig die EFT-Punkte ohne Worte zu beklopfen oder die Fingerpunkte zu reiben. Nun aber zum Hintergrund von Panik:

Wenn wir in Panik geraten, verändern wir uns massiv. Wir können nicht mehr richtig denken, nicht mehr richtig sehen und unser Körper tut seltsame Dinge.

Das hat mit simplen Gehirn- und Körperfunktionen zu tun, die seit Urzeiten programmiert sind. Panik ist ein Notfallprogramm. Es diente ursprünglich dazu, uns vor tödlicher Gefahr zu retten. Leider ist unsere moderne Gesellschaft so anders als die steinzeitliche Umgebung, dass dieses alte Notfallprogramm nur noch selten passt.

In Panik schaltet der Körper in den Notfallmodus um. Der Blutkreislauf wird verändert. Die Verdauung wird eingestellt, ja gelegentlich werden Darm und Blase entleert, um das Infektionsrisiko bei Verletzungen zu minimieren (dann macht man sich vor Angst in die Hose). Das Gesichtsfeld wird eingeschränkt, um nur den Fluchtweg genau zu sehen. Adrenalin schießt durch den Körper, um uns stark zu machen, das Herz arbeitet heftig, um die nun vor allem benötigten Muskeln mit Blut zu versorgen. Diese Veränderungen verstärkten die Panik aber häufig nur, denn …

… im Panikmodus ist das Großhirn fast völlig ausgeschaltet, wir haben Schwierigkeiten zu begreifen, was passiert. Man kann kaum zusammenhängend denken. Uns bleibt nämlich nur noch das Reptilienhirn übrig – und Krokodile sind nicht für ihre intellektuellen Leistungen bekannt. So erlaubt uns der Panikmodus meistens nur drei Handlungsmöglichkeiten: Weglaufen, Angreifen oder Totstellen.

Das Weglaufen funktioniert in unserer Gesellschaft durchaus. Wir können weglaufen (und uns in unsere sichere Höhle zurückziehen), aber längst nicht in allen Situationen. Wenn wir z.B. am Arbeitsplatz in Panik geraten, ist Weglaufen keine Option. Wir kommen auch aus dem Fahrstuhl, dem Flugzeug oder dem Bus nicht einfach heraus.

Angreifen ist ebenfalls praktisch unmöglich. Gewalt ist im Allgemeinen sanktioniert. Wir können unseren Chef nicht verprügeln oder uns aus dem Großraumbüro kämpfen.

Totstellen ist oft die einzige Reaktion, die uns bleibt. Das heißt, wir frieren emotional, intellektuell und körperlich ein. Die Knie werden weich, vielleicht werden wir ohnmächtig.

Nach diesen Ausführungen ist klar, dass bei einem Panikanfall keine Möglichkeit besteht, hübsch formulierte, elegant ausgedrückte Einführungssätze zu erfinden, um mit EFT anzufangen. Das gibt das Reptilienhirn einfach nicht her.

Trotzdem ist EFT eine sofortige Hilfe bei Panikanfällen – indem wir eine vereinfachte Form anwenden: Nur Klopfen! Ohne Worte, ohne Einstimmungssatz, nur Runde um Runde die Punkte durchklopfen. Das kann man leicht einige Minuten durchhalten, es ist ja eine Möglichkeit, etwas zu tun, also genau das, wozu uns das Reptilienhirn drängt. Das alleine kann uns aus dem Totstellen herausholen und den Adrenalinausstoß beenden. Natürlich dauert es dann noch einige Minuten bis die Adrenalinflut abebbt, aber durch das Klopfen geben wir unserem Körper die Möglichkeit, den Panikanfall schnell zu bewältigen.

Die Herausforderung ist, sich an EFT zu erinnern, wenn die Panik zuschlägt. Das geht umso leichter, je häufiger man EFT – auch das ganz einfache Klopfen ohne Worte – im Alltag verwendet. Je mehr EFT zur Gewohnheit wird, desto leichter steht es auch im Panikanfall zur Verfügung.

Also klopfen Sie! Immer wieder, immer öfter und am besten so viel Sie können. Dann sind Sie für den Moment gerüstet, an dem EFT wirklich gebraucht wird.

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und „Zufälle“ haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so.

Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen.

Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.

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