Diese Angst ist gar nicht meine

Wir leben immer in unserem Familiensystem. Und selbst wenn wir unsere Vorfahren nicht mehr kennenlernen konnten (einer meiner Großväter ist z.B. im Krieg gestorben), sind wir dennoch mit ihnen durch das System verbunden. In meinem Fall verbindet mich mit diesem Großvater eine innige Liebe zu Pferden, die in meiner Familie sehr ungewöhnlich ist.

Manchmal gibt es aber auch weniger angenehme Verhaltensweisen und Gefühle, die uns mit unseren Vorfahren verbinden. Das können z.B. Ängste sein, die wir uns aus unserem Leben nicht erklären können.

Möglicherweise haben Sie Angst, wenn sie sich in engen Räumen aufhalten müssen oder wenn sie von Menschen eingezwängt werden. Vielleicht treten diese Ängste im Fahrstuhl oder beim Busfahren auf. Wahrscheinlich wissen Sie nicht einmal, woher diese Ängste kommen, weil Ihnen im Fahrstuhl oder im Bus nie etwas Schlimmes passiert ist. Und vielleicht kennen Sie diese Ängste schon von klein auf.

In solchen Fällen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Ängste gar nicht Ihre eigenen sind. Es kann gut sein, dass jemand aus Ihrer Familie in einem der letzten Kriege Umstände erlebt hat, die denen gleichen, die bei Ihnen heute Angst auslösen. Die Enge im Schützengraben, im Luftschutzkeller oder aber auch im Arbeitslager oder der Gefangenschaft, das tagelange, dichte „Aufeinanderleben“, immer gepaart mit der Angst vor Schmerz und Tod – ganz unbewusst haben Sie vielleicht diese Schwingung im System gespürt und aufgenommen. Sie müssen nicht einmal davon erfahren haben, was genau Ihren Verwandten passiert ist.

Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, mit Ihren Ängsten verhält es sich so, dann machen Sie sich bitte keine Vorwürfe. Dieses Übernehmen von Gefühlen ist ein Ausdruck von tiefer Liebe und Verbundenheit, oft auch Mitgefühl mit „schwarzen Schafen“ oder schweren Schicksalen im Familiensystem. Es geschieht zudem in der Regel vollkommen unbewusst. Vielleicht können Sie sich statt dessen sogar freuen, dass Sie jetzt entdeckt haben, woher Ihre Ängste kommen.

Diese Erkenntnis ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem entspannteren Leben. Sie können diese Ängste nämlich zurückgeben. Das wird möglich, weil wir im System Familie alle miteinander verbunden sind, auch wenn unsere Vorfahren schon nicht mehr leben. Wie Sie Ihre Ängste zurückgeben können, beschreibe ich im nächsten Beitrag.

Haben Sie solche Ängste? Dann berichten Sie mir davon in einem Kommentar. Ich gehe gerne im nächsten Beitrag darauf ein.

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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