Die Sache mit dem Vergeben

Vergebung

Vergebung

Vergeben und Verzeihen werden hoch gehandelt, sowohl in der Kirche als auch in vielen Büchern zur persönlichen Entwicklung. Und doch ist es gar nicht so leicht, anderen Menschen und sich selbst zu verzeihen und zu vergeben.

Das liegt daran, das wir immer wieder glauben, verzeihen bedeutet gleichzeitig, das „Vergehen“ oder den Fehler gutzuheißen. Es fühlt sich so an, als würden wir uns zum Komplizen machen und etwas Schlechtes akzeptieren oder sogar unterstützen. Und wenn uns selbst etwas Schlimmes angetan wurde – dann fällt Vergeben ganz besonders schwer.

Ich persönlich finde immer wieder, dass Vergeben erst dann möglich wird, wenn ich „verarbeitet“ habe, was das Erlebnis mit mir selbst macht. Wenn ich meinen eigenen Ärger, meine Wut, Enttäuschung, Trauer und den Schmerz beklopft habe, wenn ich wirklich meine Perspektive verlassen kann und sehen kann, dass der Andere auch nur ein Mensch ist – dann kann ich loslassen.

Und das ist alles. Vergeben heißt nicht, vergessen was war. Vergeben heißt nicht, ab sofort wieder blind zu vertrauen. Vergeben heißt loslassen, was es mit einem selbst macht.

Es gibt einen wunderschönen Vergleich, von dem ich nicht weiß, wer ihn erfunden hat:

„Sich über jemand anderen zu ärgern ist so, als ob man selbst einen Becher mit Gift trinkt und hofft, der andere fällt tot um.“

Es ist für alle Beteiligten gesünder, die Sache mit dem Giftbecher zu lassen. Und damit Sie jetzt wieder innere Ruhe und vielleicht sogar Frieden finden können, möchte ich mit Ihnen klopfen.

HK: Auch wenn ich ganz und gar nicht bereit bin, dieser Person zu vergeben, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass ich ihr oder ihm auch gar nicht vergeben muss.

Auch wenn ich noch so voller Ärger und Schmerz bin, so dass ich gar nicht vergeben kann oder will, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass ich den Ärger und den Schmerz loslassen darf.

Auch wenn das immer noch so viel mit mir macht, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, das Erlebte so zu verarbeiten, dass es nichts mehr mit mir macht.

AI: Ich bin so wütend!
AA: Und ich bin so verletzt!
UA: Und ich will überhaupt nicht vergeben oder verzeihen.
UN: Das wäre ja noch schöner!
KP: Da tut mir jemand weh, und ich soll das einfach abnicken und verziehen?
SB: Na denkste! Geht gar nicht!
UA: Ich bin noch immer so wütend und verletzt.
HG: Komm mir bloß nicht mit diesem blöden Vergeben!
Durchatmen!

AI: Es ist mir auch egal, wie lange das her ist.
AA: Ich hab noch immer diesen Ärger und Schmerz in mir.
UA: Und den hege und pflege ich …
UN: damit ganz klar ist, wie schlimm diese Tat war.
KP: Wie sehr er oder sie mir wehgetan hat!
SB: Ja, ich halte den Ärger warm, weil ich so gelitten habe.
UA: Und damit überhaupt jemand weiß, wie schlimm es war.
HG: Ich bin schließlich die einzige Zeugin.
Durchatmen!

AI: Aber dieser Ärger ist auch echt anstrengend.
AA: Ärger und Schmerz kosten so viel Kraft.
UA: Manchmal würde ich gerne wieder leichter leben.
UN: Aber wenn ich den Ärger loslasse, dann kommt er oder sie ja davon!
KP: Das geht gar nicht!
SB: Aber wenn ich genau hinschaue … dann leide nur ich selbst.
UA: Und ihm oder ihr geht’s so oder so gut. Der oder die merkt doch gar nicht, dass ich diesen Ärger in mir habe.
HG: Mist! Das ist echt dumm gelaufen.
Durchatmen!

AI: Vielleicht tue ich mir nur selbst damit weh.
AA: Vielleicht ist es doch eine gute Idee, den Ärger loszulassen.
UA: Ich erlaube mir das jetzt. Mal sehen, was dann passiert.
UN: Ich erlaube mir, den ganzen Ärger und Schmerz loszulassen.
KP: Puh … ich lasse das jetzt los.
SB: Ich entscheide mich jetzt für inneren Frieden.
UA: Und der oder die können bleiben, wo der Pfeffer wächst. Ich lasse das jetzt alles los.
HG: Und das fühlt sich schon viel besser an.
Durchatmen!

Ist es schon leichter geworden? Bleiben Sie dran. Sie werden sich wundern, welch eine Last da von der Seele fällt, wenn Sie sich entscheiden, den Ärger und den Schmerz loszulassen. Und dann – auch wenn Sie sich das vielleicht gar nicht vorstellen können – ist es zum Vergeben nicht mehr weit. Lassen Sie sich auf den Prozess ein, und freuen Sie sich auf mehr Energie, mehr Lebenslust und mehr Freude.

Bildquelle: F. Möbius

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und „Zufälle“ haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so.

Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen.

Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.

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