Die Geschichte mit dem Weisheitszahn

Zahnschema

Zahnschema *

Im Frühjahr war ich wie immer zum Check beim Zahnarzt. Und diesmal sagte er etwas sehr Unangenehmes: „Ihr Weisheitszahn hat Karies an einer Stelle, die wir nicht behandeln können. Wir müssen den ziehen. Wann möchten Sie, jetzt noch im Frühjahr oder lieber im Herbst?“

Ganz spontan wählte ich den Herbst. Ich brauchte die Zeit, um mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass mir das erste Mal seit fast vier Jahrzehnten ein Zahn gezogen werden sollte. Ich wollte den Zahn nicht verlieren!

„Auch wenn ich meinen Zahn nicht verlieren will, bin ich okay so wie ich bin und ich erlaube mir, zu akzeptieren, was nötig ist.“

Im Herbst habe ich meinen Zahn dann abgeliefert. Der Zahnarzt hatte eine halbe Stunde angesetzt. Auf dem Röntgenbild zeigte sich, dass die Wurzeln meines Zahns ganz gerade gewachsen waren, so dass keine Komplikationen zu erwarten waren. Ein schwacher Trost.

Während ich im Stuhl lag und die Betäubung zu wirken begann, klopfte ich fast ununterbrochen. Die Helferin hatte ich informiert, das sei meine Technik, Stress abzubauen.

„Auch wenn ich eine Sch…angst davor habe, meinen Zahn zu verlieren und dass es ganz fies wird, ich entscheide mich, ruhig und gelassen zu sein, und lasse mich davon überraschen, wie leicht alles geht.“

Tatsächlich wurde ich ein bisschen ruhiger, aber nicht wirklich entspannt. Immerhin wich das Adrenalin ein wenig aus meinem Körper. Der Zahnarzt machte sich an die Arbeit, wies mich aber an, sofort Bescheid zu sagen, wenn es wehtun sollte. Und es tat weh. Ich sagte nur „Aua“, und er hielt sofort an und spritzte nach. Diese Betäubung wirkte rasant, meine ganze linke Gesichtshälfte bis zum Auge hoch wurde innerhalb von Minuten taub.

Ich rieb meine Fingerpunkte und klopfte mental weiter. Mein Zahnarzt sagte: „Entspannen Sie sich.“ Und wunderbarerweise konnte ich mich wirklich ein bisschen entspannen. Immer wieder ließ ich ganz bewusst die Anspannung aus dem Körper, lockerte meine Muskeln, während ich ständig mentale Klopfrunden machte.

„Auch wenn ich immer noch Angst habe, bin ich okay und entscheide mich für Gelassenheit und das Wissen, dass alles gut ausgeht.“

Kurz darauf war der Zahn draußen. Ich durfte ihn sogar mitnehmen, er liegt jetzt zu Hause auf dem Schreibtisch. Ich warte noch auf einen guten Einfall, was ich mit ihm mache. Immerhin ist das tiefe Kariesloch sehr deutlich, es ist völlig klar, dass der Zahn raus musste, bevor sich eine Entzündung einstellen würde.

Ich war trotz allem etwas wackelig auf den Beinen. Nach einer Weile ging ich zum Bus, bat das Universum darum, sofort einen zu kriegen – und das Universum sorgte gut für mich. Ich kam glimpflich und schnell nach Hause.

Das Loch in meinem Kiefer war mit einem Pfopfen gefüllt, aber ich durfte trotzdem essen, was ich wollte, sowie die Betäubung gewichen war. Abends spürte ich zwar immer noch etwas Taubheit, wenn ich mit dem linken Auge blinzelte, aber im Mund war schon alles wieder da, also gab es Griesbrei. Vor dem Schlafengehen nahm ich ein harmloses Schmerzmittel und klopfte im Bett.

„Auch wenn ich ein riesiges Loch im Kiefer habe, und mein Zahnarzt gesagt hat, das sei ein kapitaler Bursche, bin ich okay so wie ich bin und bitte meinen Körper schnell und leicht zu heilen.“

Am nächsten Tag war ich krankgeschrieben, und das war sehr gut so. Ich fühlte mich immer noch wackelig. Außerdem hatte ich den Propfen entfernt und danach zum ersten Mal das Loch mit der Zunge behutsam erkundet. Ein Mondkrater! Riesig!

„Auch wenn ich diesen Mondkrater im Kiefer habe, bin ich okay so wie ich bin und erlaube mir, dass er schnell und leicht abheilt.“

Die nächsten Tage ging es besser, aber es blieb abends ein Ziehen und Pochen im Kiefer, außerdem schmerzten andere Zähne und mein ganzer Kiefer. Also wieder EFT.

„Auch wenn ich, Fraukes Kiefer, sauer auf den Zahnarzt bin, der einfach so einen Zahn rausreißt, bin ich okay und ein guter Kiefer.“

Auch wenn wir, Fraukes Kiefer und alle Zähne, um den verlorenen Zahn trauern, das ist so schade, das war unser Kumpel und jetzt ist er weg, trotzdem sind wir okay und erlauben eine schnell und sanfte Heilung.

Nach dieser Nacht hatte ich keine Schmerzen mehr. Jetzt, Wochen später, habe ich zwar immer noch einen kleinen Krater an der Stelle, wo mein Weisheitszahn saß, aber der heilt jetzt ganz allmählich zu und stört schon lange nicht mehr.

Ich glaube wirklich, dass das Klopfen für meinen Kiefer und für meine Zähne der entscheidende Punkt war. Der verletzte Körperteil muss in derartigen Fällen oft gehört und gewürdigt werden. Wenn dann die Gefühle mit EFT bearbeitet werden, kann Heilung geschehen.

Auch so kann man mit Verletzungen und Schmerzen umgehen. Falls Sie ähnliche Probleme haben, formulieren Sie die Sätze einfach passend um. Es lohnt sich in solchen Fällen immer, EFT auszuprobieren.

* Abbildung aus Grey’s Anatomy of the Human Body, 1918,
Original bei Wikimedia Commons

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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