Die Gefahr von Schubladen

Umgang mit anderen

Umgang mit anderen

Als soziale Wesen müssen wir in der Lage sein, anderer Menschen schnell einzuschätzen. Sind sie freundlich, wollen sie etwas von mir, kann man ihnen trauen? Will ich mit ihm oder ihr zu tun haben, oder halte ich lieber Abstand?

Das sind wichtige Entscheidungen, wenn man miteinander umgehen muss, sei es bei einer Party, mit Geschäftspartnern, Kollegen oder mit Freunden von Freunden. Und meistens treffen wir diese Entscheidungen blitzartig.

Dabei nutzen wir frühere Erfahrungen und natürlich auch Vorurteile, um schnell zu entscheiden. Das heißt, wir bewerten Menschen häufig genug nach ihrem Aussehen und ihrer Sprache – denn zum echten Kennenlernen ist die Zeit meistens zu kurz.

Und das wird in dem Moment zum Problem, in dem man Menschen reflexartig in Schubladen steckt. Da können wirklich brutale Kriterien zum Tragen kommen:

– Oh, ist der aber dick. Alles klar, keine Willenskraft und Ausdauer.
– Na, was hat die denn heute an? Keine Ahnung von Mode, bestimmt weltfremd.
– Socken in Sandalen? Muttersöhnchen.

Die Liste lässt sich endlos fortschreiben, sie beinhaltet in der Regel auch Dinge wie Haarfarbe, Hautfarbe und Akzent.

Dieses Kategorisieren ist uns – glaube ich zumindest – angeboren. Ein Gegenüber rasch in „wir“ oder „die anderen“ einzuteilen, war sicherlich lange Zeit überlebenswichtig.

Es wird aber immer dann zum Problem, wenn wir uns weigern, diese Einordung zu hinterfragen, besonders bei Menschen, mit denen wir oft zu tun haben.

Denn es lohnt sich, genauer hinzuschauen und vor allem die eigenen Schubladen zu überprüfen. Jeder Mensch hat sein ganz eigenes Schicksal, das ihn oder sie zu dem gemacht  hat, was sie jetzt sind. Es ist nicht unsere Aufgabe, das zu bewerten. Vielleicht verbirgt sich unter der abgelehnten Schale ja ein prächtiger Kerl, eine gebildete Frau oder ein kluger Kopf.

Ich glaube, es ist unsere Aufgabe, mit den Menschen, die sich nun einmal in unserer direkten Umgebung aufhalten, auch gut auszukommen, Verständnis zu haben, und sie nach Möglichkeit zu fördern. Wenn sich das als unmöglich herausstellt, dann können wir sie zumindest in Ruhe lassen und eine freundlich neutrale Haltung einnehmen.

Dazu gehört auch, die eigenen Erwartungen zu überprüfen. Wenn wir uns eine Meinung über jemanden gebildet haben, dann sehen wir oft genug nur noch das, was wir auch erwarten, und gegenteilige Erlebnisse werden schnell ausgeblendet. So bestätigen wir uns selbst unsere Urteile – und verhindern einen genaueren Blick.

Und das ist schade. Denn es verhindert womöglich auch, einen Menschen ganz anders kennenzulernen und selbst dazuzulernen.

Ich möchte Sie ermutigen, mit negativen Erwartungen zurückhaltend zu sein, und anderen Menschen offen zu begegnen. Sie könnten Schätze finden.

Auch wenn es so leicht ist, andere in eine Schublade zu schieben und sich dann abzuwenden, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, genauer hinzuschauen.

Auch wenn ich mir vielleicht angewöhnt habe, Menschen schnell zu bewerten und dann auch danach zu behandeln, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt einen zweiten Blick.

Auch wenn es bequem ist, Menschen schnell nach äußeren Kriterien zu bewerten und in Schubladen zu stecken, ich bin okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, den Menschen in meiner Umgebung offener zu begegnen.

Sie sind dran:
Haben Sie schon einmal jemanden aus einer Schublade rausgeholt?
Sind Sie schon in Schubladen gelandet?
Was mögen Sie an anderen Menschen?
Schreiben Sie einen Kommentar!

Bildquelle: F. Möbius

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und „Zufälle“ haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so.

Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen.

Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.

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