Die Angst zurückgeben

Um mit Ängsten umzugehen, empfehle ich in der Regel EFT. Das bringt oft schnelle Veränderungen. Wenn die Angst aber gar nicht die eigene ist (siehe den vorherigen Beitrag), dann ist Klopfen zwar immer noch hilfreich, aber manchmal nicht genug. Dann liegt die Lösung oft darin, die Angst zurückzugeben.

Das geht relativ einfach und schmerzlos. Klopfen Sie die Handkante und stellen Sie sich den oder die Menschen vor, von denen Sie glauben, dass ihnen die Angst in Wahrheit gehört. Wenn Sie es nicht wissen, dann stellen Sie sich vor, ihre Eltern, Tanten und Onkel, die Großeltern und deren Geschwister stehen allesamt vor ihnen. Dahinter können Sie sich ansatzweise weitere Mitglieder der Sippe vorstellen. Dann stellen Sie sich vor, wie Sie Ihre Angst, die Ihnen nicht gehört, hübsch verpacken. Vielleicht legen Sie sie in einen Korb, wickeln sie nett ein oder packen sie in ein Kästchen. Die Form ist egal, aber es sollte sich ein bisschen wie ein Geschenk anfühlen. Ich erklären Ihnen gleich, warum.

Klopfen Sie durchgehend die Handkante und sagen Sie:

„Liebe Mama, lieber Papa, liebe Großeltern, liebe Verwandschaft. Ich habe diese Angst für euch getragen, aus tiefer Liebe. Aber sie gehört mir nicht und sie tut mir nicht gut. Ich geben sie euch jetzt zurück. Und schaut freundlich auf mich, wenn ich mein Leben lebe, euch zur Ehre und mir zur Freude.“

Wenn Sie genau wissen, wem die Angst gehört, können Sie sich jetzt vorstellen, dieser Person die eingepackte Angst zu überreichen. Achten Sie dabei auf den Gesichtsausdruck der Person. In der Regel ist es kein Problem, die Angst zurückzugeben.

Wissen Sie es nicht genau, dann legen Sie die verpackte Angst auf den Boden und treten Sie ein Stück zurück. Dann schauen Sie in Ruhe zu, wie die Angst ganz von selbst zu der Person oder den Personen fliegt, zu denen sie gehört. Das ist die Magie des Systems.

Was Sie jetzt vielleicht bemerken können, mag Sie erstaunen: Die Menschen, die ihre Angst zurückbekommen, sehen deswegen nicht gestresst aus. Im Gegenteil, oft freuen sie sich tatsächlich so als hätten sie ein Geschenk erhalten. Das hat einen einfachen Grund: Man kann sein Schicksal nur bearbeiten und auflösen, wenn man es auch selbst in der Hand hat. Indem Sie die Angst zurückgeben, helfen Sie Ihren Eltern, Ihren Großeltern oder Ihren anderen Verwandten, die Angst endlich auflösen zu können. Das gilt selbst dann, wenn die Person bereits nicht mehr lebt. Im System stecken wir alle.

Das Resultat ist jedenfalls sehr häufig Freude auf allen Seiten: Die Angst hat wieder nach Hause gefunden, Sie selbst müssen sie nicht mehr tragen und ständig im Schach halten, und auch den Empfängern der Angst geht es besser als vorher. Es lohnt sich in jedem Fall.

Haben Sie noch Fragen? Schreiben Sie sie gleich hier in einen Kommentar, ich antworte gerne. Probieren Sie es aus! Und erzählen Sie mir davon hier ebenfalls in einem Kommentar.

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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2 Kommentare zu Die Angst zurückgeben

  1. Marzipan sagt:

    Liebe Frau Möbius,
    ich habe gerade das Zurückgeben der Schuldgefühle geklopft, die ich von meiner Mutter geerbt habe, diese wiederum von ihrem Vater. Ich habe meinem Opa und meiner Mutter die Schuldgefühle zurückgegeben und beide, besonders aber mein Opa, haben sich tatsächlich gefreut. Das war eine sehr schöne Erfahrung und ich danke Ihnen von Herzen für diese einfache und doch so wirkungsvolle Klopfsequenz!
    Mit herzlichen Grüßen,
    M.

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