Das Gefühl, ein Versager zu sein

Trauriger Junge

Trauriger Junge *

Haben Sie Geschwister, die deutlich älter sind als Sie? Oder einen Verwandten, Cousins, Onkel, Tanten, die Sie sehr bewundert haben? Und haben Sie gleichzeitig das ständige Gefühl, nicht gut genug zu sein?

Dann sind Sie als Kind womöglich in eine mentale Falle geraten.

Das Problem dabei ist nur, dass Sie das gar nicht bewusst wissen. Aber wenn Sie dieses ständige, unangenehme Gefühl kennen, niemals gut genug sein zu können, egal was Sie tun, dann hängt das vielleicht damit zusammen. Denn als jüngeres Kind hatten Sie gar keine Chance, jemals so gut zu sein, wie Ihre Geschwister, Cousins oder andere Verwandte.

Stellen Sie sich zum Beispiel eine Schwester vor, die sechs Jahre älter ist als Sie selbst.

Als Sie gerade geboren wurden, kam Ihre Schwester gerade in die Grundschule. Sie fuhr schon völlig selbstverständlich Fahrrad, als Sie erst Ihre ersten Schritte unternahmen. Ihre Schwester hatte schon den ersten Freund, als Sie in der Schule das englische Wort dafür lernen durften. Und sie hat vielleicht schon fertig studiert und angefangen zu arbeiten, als Sie gerade Abitur machten.

Diesen Vorsprung konnten Sie nie aufholen. Und vielleicht haben Sie gedacht, daran wären Sie irgendwie selbst schuld. Vielleicht haben Sie geglaubt, es liegt an Ihnen, es sei irgendetwas falsch an Ihnen, so dass Sie immer ein Versager sein würden – weil Sie nie so gut sein konnten wie Ihre Schwester. Und weil Sie von ihr und ihren Freunden nie ernst genommen wurden. Dass Sie einfach nicht zählen.

Das ist vollkommen logisch.

Und gleichzeitig ist es vollkommen falsch. Sie verhalten sich wie ein Fisch, der glaubt, Erfolg würde daran gemessen, wie schnell er auf einen Baum klettern kann. Sie hatten keine Chance, weil Sie sich mit der falschen Person und falschen Maßstäben gemessen haben.

Das war ein riesiges, grausames Missverständnis.

Doch die Sache zieht noch weitere Kreise: Weil Sie geglaubt haben, Sie seien nicht gut genug, nicht schlau genugt, nicht perfekt genug, haben Sie diese Erwartung auch erfüllt. Sie waren wahrscheinlich nicht gut in der Schule und hatten vielleicht nur wenig eigene Freunde. Womöglich hat Ihre Familie diese Erwartungen geteilt und bestärkt – und als braves Kind haben Sie genau so gedacht, gefühlt und gehandelt wie es von Ihnen erwartet wurde.

Und am Ende haben Sie fest geglaubt, Sie seien eben einfach ein Versager.

Es ist an der Zeit, dieses Missverständnis aufzulösen. Sechs, ja selbst vier Jahre machen in der Entwicklung von Kindern einen riesigen Unterschied. Es ist überhaupt nicht Ihr Fehler, wenn Sie sich als zu dumm, zu langsam und zu schlecht eingestuft haben. Sie hatten einfach keinen besseren Vergleich. Sie waren immer der oder die „Kleine“.

Sie können Ihre Position unter Ihren Geschwistern nicht ändern. Was Sie allerdings ändern können, sind Ihre Glaubenssätze. Und Sie können sich entscheiden, sich selbst ab sofort als genauso intelligent, begabt, fähig und erfolgreich zu sehen, wie es Ihre Geschwister und Verwandten sind. Denn genau das sind Sie.

Dazu gibt’s jetzt eine Klopfrunde:

HK: Auch wenn ich als Kind gelernt habe, dass ich sowieso immer die Kleine und Dumme bin, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass ich da etwas missverstanden habe.

Auch wenn ich irgendwie gedacht habe, ich muss mindestens genauso gut sein wie meine Schwester oder mein Bruder, dabei waren die doch so viel älter als ich, dass ich gar keine Chance hatte … und trotzdem bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass ich völlig normal, intelligent und erfolgreich sein darf.

Auch wenn ich da vielleicht etwas missverstanden habe und mich die ganze Zeit zu Unrecht nieder gemacht und schlecht gefühlt habe, bin ich okay so wie ich bin und offen für die Möglichkeit, dass ich das alles ab sofort ändern kann.

AI: Ich bin einfach zu blöd!
AA: Ich bin nie gut genug gewesen.
UA: Ich war nie so toll wie meine Schwester oder mein Bruder.
UN: Ich war nie so schnell, so gut und so intelligent wie die.
KP: Und da habe ich eben geglaubt, das liegt an mir.
SB: Ich habe gedacht, mit mir ist etwas falsch.
UA: Ich habe gedacht, ich bin zu blöd, zu langsam und zu klein.
HG: Ich habe gedacht, ich bin eben einfach ein Versager.
Durchatmen!

AI: Ich war ja auch objektiv nicht so gut wie meine Schwester oder mein Bruder.
AA: Ich konnte nicht so schnell rennen oder schreiben oder lesen oder Fahrrad fahren.
UA: Und sie waren immer stärker und schneller als ich!
UN: Das war so unfair!
KP: Die haben mich ausgelacht oder böse geguckt, weil ich nicht mitkam bei ihrem Tempo.
SB: Und so war ich eben die oder der Kleine.
UA: Und ich wusste damals schon: Das kann ich nie ändern.
HG: Und irgendwann habe ich aufgegeben und gedacht, dann bin ich eben zu blöd dafür.
Durchatmen!

AI: Dabei hatte ich einfach gar keine Chance!
AA: Die waren schneller und stärker, weil sie eben so viel älter waren als ich.
UA: Das war wirklich unfair.
UN: Ich habe mich mit Kindern verglichen, die so viel älter waren als ich.
KP: Da konnte ich nur verlieren. Da hatte ich gar keine Chance.
SB: Aber das liegt gar nicht an mir. Das liegt am Altersunterschied.
UA: Ich bin vielleicht gar kein Versager.
HG: Vielleicht kann jemand mit sechs Jahren einfach nicht so schnell rennen wie jemand mit 12 oder 13.
Durchatmen!

AI: Es liegt überhaupt nicht an mir! So habe ich das noch nie gesehen.
AA: Aber ich erlaube mir jetzt zu sehen, dass ich okay bin so wie ich bin.
UA: Ich erlaube mir zu sehen, dass ich genauso intelligent bin wie meine Schwester oder mein Bruder.
UN: Ich erlaube mir zu sehen, dass ich lediglich Erwartungen erfüllt habe, meine und die meiner Familie.
KP: Ich darf genau so gut sein wie meine Geschwister. Ich erlaube mir das jetzt.
SB: Und ich entscheide mich, dieses alte Missverständnis loszulassen.
UA: Ich entscheide mich, ich darf genauso klug, intelligent, schnell und erfolgreich sein wie meine Geschwister
HG: Und das fühlt sich gut an!
Durchatmen!

Bleiben Sie dran. Wenn noch Ladung in diesem Gefühl steckt, klopfen Sie weiter. Wenn es Situationen gibt, die Sie erlebt haben und die dieses Gefühl verstärken und belegen – klopfen Sie die Situationen und das, was sie noch mit Ihnen machen. Spüren Sie, wie es sich anfühlt, völlig normal, intelligent und gut zu sein. Sie dürfen das!

(Wenn Ihnen die Klopfpunkte nichts sagen, tragen Sie sich rechts oben in das Formular ein. Sie bekommen dann ein Ebook, mit dem Sie EFT lernen können, und dazu als Geschenk ein Abo für meinen Newsletter.)

* Bild von Arvind Balaraman / FreeDigitalPhotos.net

Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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