Aufschieberei – Perfektionismus

Ich muss perfekt sein

Ich muss perfekt sein.

Perfektionismus ist der große Bruder der Angst vor Fehlern.

Es geht im Prinzip um das Gleiche, nur ist die Bedeutung von Fehlern erheblich wichtiger.

Die Angst vor Fehlern ist die Sorge, etwas falsch zu machen.

Perfektionismus ist das Bestreben, immer nur die allerbeste Seite von sich zu zeigen. Warum das so enorm wichtig ist, erkläre ich weiter unten.

Perfektionismus bedeutet, keinen einzigen Makel zuzulassen.

Und natürlich bedeutet das meistens, niemals mit dem Ergebnis zufrieden zu sein.

Und dann lieber gar nichts zu machen.

Aber das ist eine Ausrede.

Und Schutz vor einer Existenzkrise.

Perfektionismus ist ein echter Killer.

Hinter dem Perfektionismus steckt nämlich eine ganz fieses Selbstbild: Die Begabungsfalle

Carol Dweck, eine Psychologin, die erforscht, wie Schüler erfolgreich werden, hat erklärt, warum der Glaube an eine besondere Begabung eine echte Falle ist.

(Lesen Sie ihr Buch „Selbstwert“. Wenn Sie können, sogar auf Englisch, dort heißt es „Mindset“. Es ist flüssig geschrieben und wirklich erhellend.)

Die Begabungsfalle

Wer nämlich glaubt, dass nur eine gewisse Begabung darüber entscheidet, wie gut man ist, scheut sich natürlich vor jeglichem Makel oder Fehler und gibt alles, um perfekt zu sein.

Denn ein solcher Fehler – also das Ende des Perfekten – bedeutet ja, dass einem die Begabung fehlt, und man dann auch gleich aufgeben kann. Sozusagen „alles oder nichts“ – und es hängt am kleinsten Fehler.

In sofern ist Perfektionismus ein Versuch, den Glauben an die eigenen Begabung zu schützen. Dieser Versuch muss natürlich irgendwann scheitern. Wir sind alle nur Menschen und machen einfach Fehler.

Und dann macht ein Perfektionist diese Sache nie wieder, egal ob es darum geht, ein Instrument zu spielen, eine Sportart zu lernen oder ein Buch zu schreiben.

Nie wieder.

Und bis dahin hat ein Perfektionist die Probe aufs Exempel so weit wie möglich hinausgezögert und aufgeschoben.

Ich persönlich finde das durchaus tragisch.

Das Gegenteil der Begabtenfalle ist übrigens eine innere Einstellung, die davon ausgeht, mit Engagement und Arbeit praktisch alles lernen zu können. Und die natürlich Fehler als Teil des Lernprozesses akzeptiert.

Wenn Sie also dazu neigen, alles perfekt machen zu wollen, dann schauen Sie doch einmal genauer hin, wie Sie es mit Begabung und Lernprozessen so halten.

Ich kenne die Begabtenfalle übrigens gut, und es war durchaus nicht einfach, mich daraus zu befreien. Aber wir alle erleben Lernprozesse, wo wir einer Herausforderung nicht ausweichen können, und mit Hilfe dieser Erlebnisse können wir aus der Begabtenfalle entkommen.

Perfektionismus ist eine Ausprägung der Begabtenfalle.

Und die können Sie heute aufgeben. Mit etwas Glück wird dann die Aufschieberei auch schon viel weniger, weil Sie weniger Angst vor Fehlern bekommen und mehr Vertrauen in den Lernprozess entwickeln.

Ich kann Ihnen sagen, dass es sich lohnt.

Und natürlich ist EFT mein Instrument, um einen Glaubenssatz zu ändern.

Klopfsätze

Auch wenn ich ein Perfektionist bin und alles perfekt sein muss, ehe ich es anderen erlaubt, mein „Ding“ zu sehen, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass ich in die „Begabtenfalle“ getappt bin.

Auch wenn ich es einfach nicht ertragen kann, nicht perfekt zu sein, und alles aufschiebe bis es perfekt ist, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass diese Einstellung mir mehr schadet als nützt.

Auch wenn ich fest davon überzeugt bin, dass man eine gewisse Begabung braucht, um erfolgreich zu sein, und ich Dinge aufschiebe, bis sie entweder perfekt sind oder nicht länger aufgeschoben werden können, bin ich okay so wie ich bin, und ich bin offen für die Möglichkeit, dass sich Begabung auch in einem Lernprozess zeigen darf.

Sie sind dran:
Sind Sie ein Perfektionist?
Kennen Sie die „Begabungsfalle“?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Ich lade Sie ein, einen Kommentar zu schreiben.

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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