Alltägliche Gewalt im Kopf

Rauswerfen

Rauswerfen

Das klingt jetzt so brutal. Aber mir geht es gar nicht direkt um die Gewalt, die tatsächlich auf der Welt stattfindet. Es geht mir auch nicht direkt um die Gewalt im Fernsehen.

Es geht mir um die Gewalt, die unterschwellig in Witzen, Facebook-Bildchen und Spachbildern Einzug gehalten hat.

Es gibt zum Beispiel den Spruch (besonders auf Englisch beliebt): „Gib Menschen, die dir nicht gut tun, nicht länger ein Zuhause in deinem Kopf. Schmeiß sie raus!“

Während die Idee als solche gar nicht schlecht ist – wir sollten uns wirklich von Menschen lösen, die uns nicht gut tun – steckt doch mehr als nur eine Prise von Gewalt in diesem Bild.

„Rausschmeißen!“

Da wird jemand bildlich mit Gewalt herausgeworfen.Vielleicht sogar aus dem Fenster, oder im hohen Bogen. Zur Tür hinausgeschoben, ohne wenn und aber. Das ist Gewalt.

Dabei würde es reichen, diesen Menschen ziehen zu lassen.

Und was soll das Ganze, wo doch so viel echte Gewalt passiert? In Syrien, an den Grenzen, in und um die Flüchtlingsheime, auf der Straße – ja wirklich überall?

Wenn Taxifahrer davon sprechen, die Kanzlerin mit Gewichten an den Füßen im See versenken zu wollen, wenn ganz offen davon geredet wird, an den Grenzen wieder zu schießen… dann wird tatsächlich massiv von Gewalt gesprochen.

Dann ist sie vorher längst immer wieder gedacht worden.

Genau so fängt echte Gewalt in der Welt an. Genauso haben die Schlächter von ISIS angefangen. Mit derartigen Bildern im Kopf und in der Sprache. In Sprüchen, die nur auf den ersten Blick lustig sind. Mit Witzen, die bewerten und abwerten, die mit alten Klisches spielen und unterschwellig brutal sind.

So wird Gewalt denkbar, und schließlich machbar.

Es lohnt sich, den Blick dafür zu schulen, und dann bewusst das eigene Denken zu verändern. Damit wir nicht mehr mitmachen bei den ach so lustigen Sprüchen, bei den brutalen Witzen und dem Gewalt-Denken.

Damit Gewalt auf Dauer weniger wird.

Frieden fängt – wie fast alles – im Kopf an.

Und darum möchte ich Sie heute bitten. Machen Sie Frieden in Ihrem Kopf. Lassen Sie die Gewalt außen vor.

Auch wenn ich selbst mitgelacht habe, bei diesen Witzen über schlagende Frauen oder Männer, bei den Sprüchen und so, trotzdem bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, da genauer hinzuschauen.

Auch wenn mir das gar nicht so bewusst war, wie oft Witze und Sprüche brutal sind, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, genau hinzuschauen, und nicht mehr länger mitzumachen.

Auch wenn es erschreckend ist, wie sehr Gewalt auch in unserer Sprache einfach mitläuft, und als lustig empfunden wird, bin ich okay so wie ich bin, und ich kann mich jetzt dafür entscheiden, das nicht länger mitzumachen.

Sie sind dran:
Was hat der Artikel mit Ihnen gemacht?
Haben Sie selbst Gewalt in Sprüchen entdeckt?
Können Sie sich vorstellen, Ihre eigene Sprache zu verändern?
Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen.

Bildquelle: F. Möbius

PS: Heute geht es mir  nicht um Klientenarbeit. Es geht mir um Ihre innere Bereitschaft, den Umgang mit Gewalt in der Sprache, in Witzen, und in lockeren Spüchen zu hinterfragen und vielleicht sogar mit anderen Menschen zu diskutieren. Denn wir brauchen so dringend mehr Frieden in der Welt.

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Über Frauke Möbius

Verschlungene Wege und "Zufälle" haben mich zu EFT gebracht. Das Klopfen und die Menschen, denen ich nach der Entdeckung von EFT begegnet bin, haben mein Leben verändert. Diese Veränderung war nötig, manchmal schmerzhaft, aber vor allem positiv. Sie dauert immer noch an, und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund gebe ich EFT und all mein Wissen gerne weiter, denn ich bin überzeugt, dass sich viele Menschen verändern möchten. Vielleicht ist dies auch ein Weg, die Welt etwas friedlicher, freundlicher und wärmer zu machen. Ich höre gerne von Ihnen, wenn Sie Ähnliches empfinden.
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